ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2003Medi-Verbünde: Dachverband gegründet

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Medi-Verbünde: Dachverband gegründet

Dtsch Arztebl 2003; 100(31-32): A-2046

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Dr. med.Werner Baumgärtner Foto: Bernhard Eifrig
Dr. med.Werner Baumgärtner Foto: Bernhard Eifrig
Mit Medi Deutschland soll die ärztliche Position im Wettbewerb bundesweit gestärkt werden.

Unter dem Namen „Medi Deutschland“ haben sich am 19. Juli in Stuttgart Ärzteverbünde aus den Bezirken von zwölf Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) zu einem bundesweiten Dachverband zusammengeschlossen. Zu den Gründungsmitgliedern zählen die Medi-Verbünde aus Baden-Württemberg, Pfalz, Trier, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Hessen. Dem Dachverband gehören ferner an: die Nordbadische Ärzteinitiative (NAI), die MedUnion Rheinland-Pfalz und der Landesverband der Praxisnetze Westfalen-Lippe. Nach Angaben von Medi Deutschland werden die Interessen von mehr als 10 000 niedergelassenen Ärzten in der neuen Organisation vertreten. „Wir wollen eine innerärztliche Kraft werden, die sich auf fachübergreifende Netze und starke Verbünde auf Landesebene stützt“, sagte Dr. Werner Baumgärtner, Chef des Medi-Verbunds Nord-Württemberg. Baumgärtner, gleichzeitig Vorsitzender der KV Nord-Württemberg und Mitglied im Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, wurde auf der Klausurtagung zum kommissarischen Sprecher von Medi Deutschland gewählt. Sein Stellvertreter ist Dr. Wolfgang Mitlehner, Lungenfacharzt aus Berlin. Im September soll ein geschäftsführender Vorstand gewählt werden. Dort sollen alle regionalen Medi-Verbünde vertreten sein, um gemeinsam Ziele und Tätigkeiten auf Bundesebene festzulegen und zu koordinieren. Aufgabe von Medi Deutschland wird es auch sein, die Mitgliedsorganisationen bei Verträgen mit Krankenkassen und privaten Kran­ken­ver­siche­rungen auf regionaler Ebene zu unterstützen, zum Beispiel bei Behandlungsprogrammen für chronisch Kranke (DMP), oder eigene medizinische Qualitätsstandards für die
Patientenversorgung zu definieren.
Auf der Basis der von Regierung und Opposition erarbeiteten Eckpunkte zur Gesundheitsreform wird der Kompetenzverlust der KVen zwar nicht allzu drastisch ausfallen, doch will Medi Deutschland für den Fall gewappnet sein, dass das Kollektivvertragssystem weiter ausgehöhlt wird. „Wir wollen im Fall einer Schwächung der KVen als Medi-Verbund die wohnortnahe ambulante Versorgung unserer Patienten sichern“, betonte Mitlehner. Die Notwendigkeit einer starken Parallelorganisation zur KV, die deren Aufgaben im Notfall übernehmen kann, war der entscheidende Grund für die Nordbadische Ärzteinitiative, sich an der Gründung von Medi Deutschland zu beteiligen. „Wir werden in Zusammenarbeit mit dem Medi-Verbund die besondere nordbadische Position vertreten – aber wir wissen auch, dass die Aufgaben, die sich uns stellen, nicht an den Grenzen der Regionen enden“, so der NAI-Vorsitzende Ekkehard Ruebsam-Simon.
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