ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2003Gesundheitspolitik: Fakten sprechen für Prävention

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Gesundheitspolitik: Fakten sprechen für Prävention

Dtsch Arztebl 2003; 100(31-32): A-2067 / B-1721 / C-1625

Schwartz, F. W.

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LNSLNS . . . (Beskes) Pauschalbehauptung, Prävention könne nicht Kosten einsparen, bedeutet im Umkehrschluss ja nicht weniger, als dass es demnach stets kostengünstiger oder mindestens kostengleich ist, jede Krankheit (und jede vermeidbare Verschlimmerung derselben) erst nach ihrem Ausbruch (bzw. ihrer Verschlimmerung) zu behandeln.
Laut Beske ist demnach die Vermeidung von Aids, Pocken etc. ebenso ökonomisch unsinnig wie die in Deutschland, trotz initial heftigen Widerspruches der damaligen Zahnärzteschaft, erfolgreiche Kariesprophylaxe bei Kindern und Jugendlichen; ebenso unsinnig sind Jodsalzkampagnen gegen Jodmangelerkrankungen oder die (leider noch ausstehende) Folsäureanreicherung von Mehl zur Absenkung der im-
mer noch viel zu häufigen Spina-bifida-Schwangerschaften. Auch die in Lancet (2003; 361: 717–725) soeben beschriebene mögliche Halbierung der kardiovaskulären Krankheitslast (über die drei Stellgrößen: Kochsalz, Cholesterin, systolischer Blutdruck) ist demnach ökonomisch unsinnig. Unstrittig ist andererseits, dass es natürlich zahlreiche ökonomisch unsinnige – weil medizinisch wenig spezifische und effektive – Präventionsansätze gibt. Dazu gehört z. B. das in der Ärzteschaft gerne propagierte PSA-Screening auf Prostata-Ca. . . .
Prof. Dr. med. F. W. Schwartz, Abteilung Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, MHH, OE 5410, 30623 Hannover
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