ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2003Psychiatrie: Großes Misstrauen

BRIEFE

Psychiatrie: Großes Misstrauen

Dtsch Arztebl 2003; 100(31-32): A-2069 / B-1723 / C-1627

Kowalenko, Barbara

Zu Schwierigkeiten bei der Anerkennung notwendiger psychiatrisch-psychotherapeutischer Betreuung:
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS . . Seit der Gründung der Fachabteilung für Psychiatrie und Psychotherapie 1998 zweifeln die Sachbearbeiter der BKK EKO Stahl im Gegensatz zu den anderen Leistungsträgern der Region an der Notwendigkeit einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Betreuung ihrer Versicherten. Die Grundlagen sind Denkmuster und Handlungsstrategien, die von Ignoranz, Misstrauen, Feindseligkeit und Intoleranz geprägt sind. Kontrolle der Versicherten durch Fürsorge, keinerlei Bereitschaft, Wissen und Verständnis für die Behandlung psychisch Kranker aufkommen zu lassen ergänzen dieses Szenario. Vorsichtig vorbereitete vertrauensbildende Maßnahmen scheiterten wiederholt. Das Misstrauen äußert sich in folgenden Punkten:
! Die vom niedergelassenen Arzt gestellte Indikation zu einer stationären Behandlung wird durch Sachbearbeiterinnen der Krankenkasse nicht gesehen, und demzufolge die Kostenübernahme von vornherein abgelehnt.
! Das gemeindenahe als sinnvoll anerkannte psychiatrische Versorgungssystem wird unterlaufen, indem Mitarbeiterinnen der Kasse ohne Rücksprache mit den Behandlern, Patienten von einer Behandlung in der Klinik abraten und Rehabilitationskuren empfehlen. In den uns bekannten Fällen trug dies zur Verwirrung der Patienten und zur Verschlechterung der Symptomatik bei.
! Überdurchschnittlich hohe Einschaltung des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK). Im Jahre 2002 wurden 46 % der behandelten BKK-Patienten und seit Beginn des Jahres 2003 bereits 86 % dem MDK vorgestellt.
Dr. med. Barbara Kowalenko, Fachabteilung für Psychiatrie und Psychotherapie, Städtisches Krankenhaus Eisenhüttenstadt GmbH,
Friedrich-Engels-Straße 39,
15890 Eisenhüttenstadt
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema