ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2003Klinik und Therapie der Multisystematrophie: Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Klinik und Therapie der Multisystematrophie: Schlusswort

Dtsch Arztebl 2003; 100(31-32): A-2092 / B-1742 / C-1646

Wüllner, Ullrich

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LNSLNS Wir danken für die Anmerkung, in der hingewiesen wird, dass die medikamentöse Therapie eines Symptoms bei der Multisystematrophie ein anderes verschlechtern kann. Daher müssen jeweils im Einzelfall Nutzen und mögliche Nebenwirkungen eines Medikamentes sorgfältig beachtet werden. So sollten alle blutdrucksteigernden Medikamente vorsichtig titriert werden. Midodrin beginnend mit ein- bis zweimal 2,5 mg,
wobei in einer neueren Doppelblindstudie bei der Mehrzahl der Patienten mit schwerem autonomen Versagen letztlich zwei- bis dreimal 10 mg notwendig waren, was auch unserer Erfahrung entspricht (1). Bei schwerer nächtlicher Hypertension sollte keine abendliche Gabe erfolgen und die abendliche Gabe von Fludrocortison (Astonin H) oder Desmopressin ist in diesem Fall natürlich auch nicht sinnvoll. Ganz ähnlich muss auch der Einsatz von Antidepressiva mit anticholinergen Nebenwirkungen sorgfältig abgewogen werden: Zwar kann durch die detrusorrelaxierende Wirkung die Miktionsfrequenz gesenkt werden, dies kann bis zum Harnverhalt führen und verstärkt die Obstipationsneigung.

Literatur
1. Wright RA, Kaufmann HC, Perera R, Opfer-Gehrking TL, McElligott MA, Sheng KN, Low PA: A double-blind, dose-response study of midodrine in neurogenic orthostatic hypotension. Neurology 1998; 51: 120–124.

Priv.-Doz. Dr. med. Ullrich Wüllner
Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum Bonn
Sigmund-Freud-Straße 25, 53105 Bonn

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