ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2003BMW 745 i: Neues Bedienkonzept mit Stärken und Schwächen

VARIA: Auto und Verkehr

BMW 745 i: Neues Bedienkonzept mit Stärken und Schwächen

Dtsch Arztebl 2003; 100(31-32): A-2095

Weichenmeier, A.

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Umstrittenes Design und zukunftsweisende Technik: der BMW 745 i Foto: BMW
Umstrittenes Design und zukunftsweisende Technik: der BMW 745 i Foto: BMW
Der 7er ist – trotz Kritik – ein komfortables, leistungsstarkes Fahrzeug auf höchstem Niveau. Am ungewöhnlichen Design scheiden sich aber nach wie vor die Geister.

Noch bevor der BMW 7er offiziell vorgestellt wurde, sorgte sein – für BMW ungewöhnliches – Styling für Diskussionen. Die Reaktionen reichten von zurückhaltender Zustimmung bis hin zur kategorischen Ablehnung. Insbesondere an der Heckpartie entzündet sich die Kritik.
Mit dem aktuellen 7er verfolgen die Münchner Autobauer ehrgeizige Ziele: Sie wollen den Begriff der „automobilen Oberklasse“ neu definieren. Eine nahezu lückenlose elektronische Überwachung der Technik – Motor, Getriebe, Fahrwerk (Dynamic Drive), Stoßdämpfer und Feststellbremsen bis hin zu einem neu entwickelten Bedienkonzept für die verschiede-
nen Funktionen – verspricht Fahrkomfort und Sicherheit auf höchstem technischen Niveau. Mit dem Dreh-Drücksteller, dem so genannten
i-Drive-Konzept in der Mittelkonsole, einem Steuerjoystick in Knopfform, der je nach Funktion unterschiedlich reagiert, setzt BMW auf eine neue menügeführte Bedienung. Acht Funktionsbereiche sind anwählbar – von Navigation bis Kommunikation, insgesamt mehr als 500 verschiedene Funktionen. Diese Vielfalt traf nicht auf ungeteilte Begeisterung und hat bereits zu Änderungen bei der neuen 5er-Reihe geführt.
Die für das Fahren relevanten Elemente sind um das Lenkrad angeordnet. Dazu zählt beispielsweise der Automatikwahlhebel, der in der ersten Eingewöhnungsphase leicht mit dem Scheibenwischerhebel verwechselt werden kann. Die Komfortfunktionen sind in der Mittelkonsole angeordnet.
Äußerlich beeindruckt der 5,03 Meter lange, 1,90 Meter breite und 1,49 Meter hohe und fast zwei Tonnen schwere 7er durch seine fast coupéartig verlaufende Dachlinie. Das Kofferraumvolumen beträgt 500 Liter (wie beim Vorgängermodell).
Der Innenraum ist übersichtlich. Dank des neuen Bedienkonzepts gibt es wenig Schalter und Knöpfe. BMW verwendet hochwertige Materialien in einer ausgezeichneten Verarbeitungsqualität. Das Raumangebot für alle Passagiere ist – der Klasse angemessen – großzügig.
Die Sitze wurden neu entwickelt. Sie lassen sich vielfältig verstellen, können individuell angepasst werden (inklusive Ventilator) und bieten auch für chronisch Rückengeplagte optimale Positionierungsmöglichkeiten auch auf langen Strecken.
Ebenso neu entwickelt wurden für die 7er-Reihe Motor und Getriebe. Die leistungsstarken acht Zylinder haben einen Hubraum von 3 600 cm3 (735 i) beziehungsweise 4 398 cm3 (745 i) und leisten 200 kW (272 PS) beziehungsweise 245 kW (333 PS).
Durch die variable Steuerung der Sauganlage und der Nockenwellen kann der 745 i bei entsprechender Fahrweise vergleichsweise sparsam gefahren werden: 10,9 Liter auf hundert Kilometern, trotz seiner Dimensionen.
Dass beide Motoren eher zu flotter Fahrt verleiten, kann bei dem neuen Flaggschiff des Münchner Automobilwerks nicht verwundern. Der Fahrkomfort ist ebenfalls ohne Tadel: Weder Wind- noch Motorengeräusche stören die Ruhe im Fahrgastraum. Die aktiven Fahrwerke, die elektronisch gesteuerte Dämpfung und die Wankneigungen der Karosserie werden ständig dem Fahrbahnzustand und der Fahrdynamik angeglichen.
Der 7er verfügt über eine neu entwickelte elektrohydraulische Feststellbremse, die im Stillstand automatisch aktiviert wird und auch das Anfahren am Berg vereinfacht. Dies muss man wissen, bevor man eine Handbremse nach klassischem Muster vergeblich sucht.
Auch in Sachen Sicherheit setzt der 7er Maßstäbe. Ein so genanntes intelligentes Sicherheits- und Infosystem (ISIS) koordiniert die Auslösung der Airbags, Gurtstraffer, aktiven Kopfstützen und weitere Systeme der passiven Sicherheit.
Die Preise beginnen beim 735 i bei 65 100 Euro, beim 745 i bei 72 500 Euro – ein Niveau, mit dem der BMW in der Oberklasse gut konkurrieren kann. Das Auto kann insgesamt überzeugen. Es bietet Fahrdynamik, Komfort, reichlich Innovationen, aktive und passive Sicherheit auf neuestem Stand. An das i-Drive-Konzept und die überbordende Elektronik muss man sich erst gewöhnen. Die erforderlichen Basiskenntnisse sind jedoch rasch erworben.
Dr. med. A. Weichenmeier
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