ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2003Rettungsdiensteinsatz: Erhebung einer Fremdanamnese ist unzulässig

VARIA: Rechtsreport

Rettungsdiensteinsatz: Erhebung einer Fremdanamnese ist unzulässig

Dtsch Arztebl 2003; 100(31-32): A-2099

BE

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LNSLNS Das Bundessozialgericht (BSG) hat entschieden, dass die
Abrechnung der Gebührennummer 19 EBM-Ä durch einen Notarzt nach einem Unfall unzulässig ist. Dagegen hatte ein Vertragsarzt geklagt.
Gem. Nr. 19 EBM-Ä ist die Erhebung der Fremdanamnese über einen psychisch, hirnorganisch oder krankheitsbedingt erheblich kommunikationsgestörten Kranken einmal im Behandlungsfall abrechnungsfähig. Sie umfasst die Erhebung der lebensgeschichtlichen und sozialen Daten des betroffenen Patienten durch Befragung anderer. So soll der Arzt Informationen erhalten, die er für die sachgerechte Beurteilung und Behandlung benötigt. Der Kreis der Personen ist auf solche aus dem Interaktionsfeld des Patienten (zum Beispiel Ehepartner) begrenzt.
Nach diesem Verständnis der Leistungslegende ist die Nummer 19 nach Auffassung des BSG von vornherein nicht berechnungsfähig, wenn der Arzt im Notarztwagen Einsatzpersonen befragt, die den Patienten nicht kennen und allenfalls Angaben darüber machen können, wie es zum Unfall gekommen ist. Für die zu treffenden ärztlichen Entscheidungen bedürfe es regelmäßig keiner Fremdanamnese. Aufgabe des Notarztes sei die ärztliche Erstversorgung, die Herstellung der Transportfähigkeit und die ärztliche Betreuung des Notfallpatienten während des Transports. Die erforderliche Erhebung von Daten durch kurze Gespräche am Unfallort werde durch die Notfallordinationsgebühr des EBM abgegolten. (Bundessozialgericht, Urteil vom 5. Februar 2003, Az.: B 6 KA 11/
02 R) Be
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