ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2003Mitteilungen: Änderung der Mutterschafts-Richtlinien des Bundes­aus­schusses der Ärzte und Krankenkassen

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Kassenärztliche Bundesvereinigung

Mitteilungen: Änderung der Mutterschafts-Richtlinien des Bundes­aus­schusses der Ärzte und Krankenkassen

Dtsch Arztebl 2003; 100(31-32): A-2103 / B-1751 / C-1655

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LNSLNS Der Arbeitsausschuss „Familienplanung“ des Bundes­aus­schusses der Ärzte und Krankenkassen hat nach Beratungen zu folgenden Themen Änderungen der Mutterschafts-Richtlinien vorgelegt, die vom Bundes­aus­schuss beschlossen wurden:
1) Jodprophylaxe während Schwangerschaft und Stillzeit
2) Rechtsanspruch auf Beratung gemäß § 2 des Schwangerschaftskonfliktgesetzes (SchKG)

Ad 1):
Die medizinische Notwendigkeit einer Supplementation mit 100 bis 200 mg Jodid/die während Schwangerschaft und Stillzeit ist hinreichend durch epidemiologische Untersuchungen belegt. Nationale wie internationale Einrichtungen empfehlen deshalb die regelmäßige Jodeinnahme in Schwangerschaft und Stillzeit. Eine alimentäre Deckung des Bedarfs wird in Deutschland nachweislich nicht erreicht.
Eine eindeutige Formulierung zum Erfordernis einer Jodsupplementation während Schwangerschaft und Stillzeit wird daher in die Mutterschafts-Richtlinien aufgenommen.

Ad 2)
§ 2 des Schwangerschaftskonfliktgesetzes (SchKG) sieht einen Rechtsanspruch auf Beratung zu allen eine Schwangerschaft mittelbar oder unmittelbar berührenden Fragen in hierzu vorgesehenen, staatlich anerkannten Beratungsstellen vor.
Der Inhalt der Beratung ist gesetzlich festgelegt und umfasst auch soziale, wirtschaftliche und arbeitsrechtliche Aspekte sowie die Beratung bei zu erwartender Behinderung des Kindes.
Die Beratung erfolgt unentgeltlich. Der Informationsstand der Bevölkerung über dieses Angebot ist gering.
Der Arbeitsausschuss „Familienplanung“ des Bundes­aus­schusses der Ärzte und Krankenkassen hat sich mit dem Thema befasst und einen entsprechenden Passus zur Aufnahme in den Abschnitt A.1
der Mutterschaftsrichtlinien vorgelegt, da es sich hier um die Weitergabe einer unter Umständen für die Schwangere hilfreichen Information handelt. Dem Vorschlag einer Aufnahme dieser Information in den Mutterpass kann sich der Ausschuss „Familienplanung“ nicht anschließen. Der Mutterpass dient als Befunddokument zur schnellen Orientierung von Ärzten und Hebammen über wichtige medizinische Befunde, eine Aufnahme von an die Schwangere selbst gerichteten Informationen würde den Charakter des Dokuments verändern und eine rasche, zielgerichtete Information erschweren.
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