ArchivDeutsches Ärzteblatt PP8/2003Gewaltprävention: Konzepte umsetzen

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Gewaltprävention: Konzepte umsetzen

PP 2, Ausgabe August 2003, Seite 341

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LNSLNS Gewalt in den Medien konditioniert potenzielle Täter.
Wieder sind Psychologen an einer deutschen Schule damit befasst, Schülern und Lehrern zu helfen, ein traumatisches Erlebnis zu verarbeiten. Der Selbstmord eines Schülers in Coburg nach dem Schuss auf eine Lehrerin hat bei den 32 Mitschülern Spuren hinterlassen. Der Berufsverband Deutscher Psychologen e.V. (BDP) erinnert an die Konzepte zur Gewaltprävention, die nach dem Amoklauf am Erfurter Gutenberg-Gymnasium umgesetzt werden sollten. Bundesinnenminister Otto Schily habe im vergangenen Jahr vorgeschlagen, in jeder Schule einen Schulpsychologen zu beschäftigen. Thüringen habe tatsächlich einige zusätzliche Stellen für Schulpsychologen geschaffen, in anderen Bundesländern seien dagegen Stellen gestrichen worden. Allerdings könnten auch Schulpsychologen eine solche Gewalttat nicht in jedem Fall verhindern, betont der BDP. In Coburg wurde auch eine Schulpsychologin angeschossen. Auch die Änderung des Waffengesetzes, vom BDP gefordert und mit auf den Weg gebracht, könne den missbräuchlichen Waffengebrauch nicht ausschließen.
Die Präsidentin des BDP, Gertraud Richardt, rät, das ganze Spektrum der Gründe für Gewalttaten zu betrachten. Dazu gehörten die anhaltende Gewaltpräsentation im Fernsehen, in Videos und Videospielen. Diese „senken die Hemmschwelle und führen zu einer Konditionierung potenzieller Täter“. Der Konsum von Gewalt in den Medien, insbesondere bei Jungen, gehe häufig einher mit sinkenden Leistungen in der Schule. Diese Zusammenhänge würden noch immer negiert oder heruntergespielt. Konzepte zur Gewaltprävention an Schulen, wie sie unter anderem von Schulpsychologen erarbeitet wurden, „werden nicht systematisch umgesetzt“, beklagte die BDP-Präsidentin.
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