ArchivDeutsches Ärzteblatt PP8/2003Traumatisierungen: Bestätigung
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LNSLNS Als niedergelassener Facharzt für Psychotherapie (Tiefenpsychologie) begrüße ich ausdrücklich das Interview mit Prof. Riedesser! Aus meiner psychotherapeutischen Arbeit mit Menschen der ersten oder zweiten Generation nach dem Krieg kann ich deren Traumatisierungen nur bestätigen, die lange wirken, oft erst spät im Leben sich als Erkrankung auswirken und schwerwiegend sind. Insbesondere durch die „Familienaufstellungsarbeit“ nach Bert Hellinger, die ich seit ca. zehn Jahren ausübe (so umstritten die Methode auch sein mag), sind diese Traumatisierungen sehr deutlich ans Licht gekommen. An jedem Seminar, das ich leite, konnte mindestens eine solche Dynamik deutlich werden, und es konnte begonnen werden, sie zunächst zu erkennen, zu würdigen, und danach konnte eine angemessene therapeutische Bearbeitung angeregt werden (dies erleben auch viele meiner Kollegen, die damit arbeiten). Dabei begannen dann die zunächst nicht beteiligten Teilnehmer, solche Aspekte in ihrer eigenen Lebensgeschichte anzuschauen und zu eruieren, obwohl zunächst die von Riedesser beschriebene Nichtwahrnehmung, Tabuisierung, und meist Verharmlosung der traumatisierenden Ereignisse im Vordergrund stand.
Ich möchte auch noch auf Prof. Radebold aus Kassel (und seine Veröffentlichungen) verweisen, der sich auf die Behandlung kriegstraumatisierter älterer Menschen spezialisiert hat, die den Krieg als Kinder erlebten. Auch er hat nach seinen Aussagen diese als Abwehr zu verstehende Verharmlosung beschrieben.
Dr. Josef Rabenbauer, Beethovenstraße 2, 79100 Freiburg
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