ArchivDeutsches Ärzteblatt45/1996Initiative „Gesundheit und Umwelt“: Ärzte und Apotheker für sachgerechte Aufklärung

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Initiative „Gesundheit und Umwelt“: Ärzte und Apotheker für sachgerechte Aufklärung

Dtsch Arztebl 1996; 93(45): A-2932 / B-2504 / C-2326

Glöser, Sabine

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LNSLNS Mit der Broschüre "Hautnah: Kann Kleidung krank machen?" startete die "Arbeitsgemeinschaft zur Patienteninformation über Gesundheit und Umwelt" im Dezember vergangenen Jahres eine Initiative, um Patienten über Themen aus dem Bereich Gesundheit und Umwelt "seriös, verständlich und praxisbezogen" zu informieren. Überschriften in der Boulevardpresse wie "Krebs durch Leggins" oder "Seidenstrümpfe bringen den Tod" haben für Aufsehen gesorgt und Patienten verunsichert, begründen die Initiatoren ihr Anliegen.
Der Verein, der von zwölf niedergelassenen Ärzten und Apothekern im September 1995 gegründet wurde, hat bisher sieben Patientenbroschüren herausgegeben. Für das nächste Jahr sind sechs weitere Hefte in Planung. Diese werden unentgeltlich an interessierte Ärzte verteilt, die die Broschüren im Wartezimmer für ihre Patienten auslegen können. Auf acht bis 16 Seiten geben die Herausgeber Informationen, praktische Tips sowie weiterführende Literaturhinweise zu einem bestimmten Umweltthema. Auf Werbung wird dabei generell verzichtet. Bisherige Themen waren: "Asbest: Naturprodukt mit Nebenwirkung", "Gesund mit Hund", "In aller Munde: Amalgam", "Frühjahrsputz", "Urlaub" sowie "Biokost".
Ärzte und Apotheker können darüber hinaus die Informationsblätter "Fachwissen für Ärzte – Hintergrundinformationen zu Patientenbroschüren" anfordern. Sie ergänzen das jeweilige Thema beispielsweise um Telefonnummern von Wissenschaftlern und Institutionen. "Basis für unsere Arbeit sind gründliche Recherchen, bei denen wir unsere Kontakte zu Kollegen und zu Experten der einzelnen Sachgebiete nutzen können", hebt Vereinspräsident Dr. med. Ingomar Naudts hervor. Finanziert werde die Publikation von der Merck Generika GmbH, die jedoch keinen Einfluß auf die inhaltliche Gestaltung der Broschüre nehme. Auf ihre Unabhängigkeit legen die Ärzte und Apotheker, denen die "sachgerechte Information am Herzen liegt", großen Wert.
Die Broschüre startete mit einer Auflage von 400 000 Exemplaren. Sie wurde an 5 000 Ärzte verteilt, die der Initiative ihre Unterstützung zugesagt hatten. Mittlerweile sei das Interesse deutlich gewachsen, sagt der Pressesprecher des Vereins, Till Bottler. Die Auflage sei daher auf 500 000 aufgestockt worden und werde zur Zeit von rund 7 000 Ärzten bezogen. Geplant sei nunmehr auch, Informationen zu Umweltthemen im Internet zu verbreiten. Die positive Resonanz auf die Initiative führt Bottler auch darauf zurück, daß Ärzte in zunehmendem Maße mit umweltmedizinischen Problemen konfrontiert werden. "Wir hoffen, daß sich möglichst viele Kollegen unserer Idee anschließen und die Broschüre in ihrer Praxis auslegen." Dr. Sabine Glöser
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