ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2003Gesundheitsreform: Arbeitsplätze bedroht

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Gesundheitsreform: Arbeitsplätze bedroht

Dtsch Arztebl 2003; 100(33): A-2109 / B-1757 / C-1661

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LNSLNS Apotheker und Pharmaindustrie kritisieren Reform.
Mehr als 20 000 Arbeitsplätze werden deutsche Apotheker allein in diesem Jahr als Folge der Sparpläne für das Gesundheitswesen streichen. Das sagte Hans-Günter Friese, Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, in Berlin. 10 000 Arbeitsplätze seien bereits dem Beitragssatzsicherungsgesetz zum Opfer gefallen. Noch einmal so viele Entlassungen werde es binnen Jahresfrist wegen der nun bekannt gewordenen Gesundheitsreformpläne geben. Bereits 2002 hätten 104 von rund 21 500 Apotheken schließen müssen. Für 2003 rechnet der Verband damit, dass zwischen 200 und 250 Apotheken aufgeben müssen.
Zu den Hauptkritikpunkten der ABDA zählen die geplante Freigabe des Versandhandels, die Aufhebung des Mehrbesitzverbotes sowie die Freigabe der Preise für nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel. Insbesondere die Regelung, Apothekern zu erlauben, bis zu drei Filialen zu betreiben, sei eine tödliche Gefahr für die Individualapotheke, sagte Friese. Verlierer seien vor allem die Patienten.
Unterdessen kündigte auch die Pharmaindustrie einen massiven Arbeitsplatzabbau als Folge der Gesundheitsreformpläne an. Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) sprach von einem „Frontalangriff“ auf die Branche. Der Standort Deutschland stehe auf dem Spiel, warnte VFA-Hauptgeschäftsführerin Cornelia Yzer in Berlin. Der geplante staatliche Zwangsrabatt von 16 Prozent auf patentgeschützte Medikamente bestrafe erfolgreiche Forschung.
Die Reformpläne sehen Einsparungen von 20 Milliarden Euro vor, die vor allem von den Versicherten geschultert werden müssen. Die Industrie wird nach Angaben des VFA mit einer Milliarde Euro belastet.
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