ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2003Strukturvertrieb: Offene, neutrale Darstellung wäre besser

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Strukturvertrieb: Offene, neutrale Darstellung wäre besser

Dtsch Arztebl 2003; 100(33): A-2147 / B-1789 / C-1693

Schnelle, Martin

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LNSLNS Im Artikel werden illegale Erscheinungsformen des Strukturvertriebs (z. B. Kettenbriefe) nur unzureichend von Network Marketing als einer seriösen Vertriebsform abgegrenzt. Ein Konzept wäre nicht seit über 40 Jahren erfolgreich am Markt, wenn es nichts als „leere Versprechungen“ zu bieten hätte.
Warum sollten Ärzte an dieser Handelsform nicht teilnehmen? Die Unterstellung, dass sich Network Marketing am ehesten an „weniger anspruchsvolles Publikum“ mit „geringer Eigenkapitalbasis“ und „hohen Gewinnerwartungen“ (vulgo: an den geldgierigen Plebs) wendet, ist so unsachlich wie bezeichnend für einen alten, längst überholt geglaubten Standesdünkel.
Es ist auch meiner Meinung nach nicht unproblematisch, wenn sich das wirtschaftliche Interesse eines Arztes zu dicht an seine (Kauf-)Empfehlungen z. B. im Bereich der Nahrungsmittelergänzung anschließt. Es verbietet sich selbstverständlich, „Provisions- und Rabattsysteme vor den Patienten zu verbergen“! Von welchen zwielichtigen Praktiken spricht hier der Autor? Als Arzt kann ich meinen Patienten neben dem Einkauf von Produkten offen anbieten, Netzwerkpartner zu werden und selbst berufsbegleitend Einkommen zu erzielen. Und schließlich hat auch jeder Patient die Chance, umgekehrt seinen Arzt in das Geschäft einzuführen und an dessen Umsatz beteiligt zu werden. Insofern wäre gerade auch im Interesse unserer Patienten eine offene, neutrale Darstellung des Themas im DÄ wünschenswert gewesen.
Dr. med. Martin Schnelle, Hauptstraße 160 d, 13158 Berlin
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