ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2003Gesundheitsreform: Kein Anlass zum Jubeln

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Gesundheitsreform: Kein Anlass zum Jubeln

Dtsch Arztebl 2003; 100(33): A-2149

Zielinski, Hans-Joachim

Zu den Verhandlungen über die so genannte Gesundheitsreform („Eckpunkte“):
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LNSLNS Natürlich: Es hätte schlimmer kommen können! Doch zu Jubelarien a` la Hoppe und Richter-Reichhelm besteht keinerlei Anlass. Denn wieder schaffte es selbst eine (punktuelle) große Koalition nicht, den dringend notwendigen Paradigmenwechsel in der Gesundheitspolitik herbeizuführen. So muten die nun gefundenen Kompromisse an, als ob man einem Ertrinkenden ein Schlauchboot für fünf Minuten zuwürfe. Und die, die heute jubeln, werden sich noch wundern, welche erneuten Grausamkeiten jetzt auf die Ärzte zukommen! Denn solange das finanzielle Erkrankungsrisiko der Bevölkerung bis hin zur Pharmakotherapie nicht von den Ärzten genommen wird, solange „Kranksein“ finanzielle Anreize bietet, solange Basisungerechtigkeit herrscht (Stichwort: fünffacher Familienvater zahlt Börsenmakler-Yuppie den Snowboard-Beinbruch), solange Verfolgermentalitäten bei Staatsanwälten, Gerichten (und Journalisten!) Medienaufmerksamkeit sichern, solange Passives gefördert und Aktives ignoriert wird (Stichwort: Massage statt Fitness-Training), solange neunundneunzig von hundert Funktionären im Gesundheitswesen nicht abgeschafft sind und solange Gesundheitspolitik vorwiegend von praxisfernen Lobbyisten und Laien wie Schmidt, Lauterbach und Rürup betrieben wird – so lange wird es nichts mit einem gesunden Gesundheitswesen.
Dr. med. Hans-Joachim Zielinski, Kiefernweg 6 a, 25980 Westerland/Sylt
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