ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2003Telmisartan: Sartane senken nicht nur den Blutdruck

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Telmisartan: Sartane senken nicht nur den Blutdruck

Dtsch Arztebl 2003; 100(33): A-2174

Hoc, Siegfried

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LNSLNS Mit mehr als 47 Prozent ist die kardiovaskulär bedingte Mortalität deutlich zu hoch. Ein wichtiger Risikofaktor ist die Hypertonie, die in vielen Fällen nicht oder nicht ausreichend behandelt wird. Sie triggert Herzinfarkt, Schlaganfall und Niereninsuffizienz und gilt als häufigste indirekte Todesursache in der westlichen Welt. Hypertonie sei die Hauptursache von Herzinfarkt und Schlaganfall, erinnerte Prof. Thomas Philipp (Essen).
Von einem zeitgemäßen Antihypertensivum wird nicht nur eine effektive Blutdrucksenkung, sondern auch eine Organprotektion gefordert. Als solche Medikamente haben sich Wirkstoffe erwiesen, die das Renin-Angiotensin-System hemmen. Das seien vor allem die klassischen ACE-Hemmer und die moderneren Angiotensin-1-Rezeptorantagonisten (AT1-Blocker), erklärte Prof. Thomas Unger (Berlin). Die einzelnen Vertreter dieser Substanzgruppe, die als Sartane bezeichnet werden, weisen zwar den gleichen Wirkungsmechanismus auf, jedoch haben sie zum Teil ein unterschiedliches pharmakologisches Profil. Dadurch sind sie unterschiedlich stark und unterschiedlich lange wirksam.
Während einige Sartane von ihrer Bindung an den AT1-Rezeptor durch hohe Konzentrationen von Angiotensin-II verdrängt werden können, ist die Bindung von den neuen Substanzen Telmisartan und auch Candesartan dauerhafter, ihr Bindungsverhalten ist „unüberwindbar“. Dadurch wirkt zum Beispiel Telmisartan nicht nur stärker als Losartan oder Eprosartan, es wirkt mit mehr als 20 Stunden Plasma-Halbwertszeit auch deutlich länger. Telmisartan ist unter dem Handelsnamen Kinzalmono® und in fixer Kombination mit dem Diuretikum Hydrochlorthiazid als Kinzalkomb® für die Therapie verfügbar.
In Monotherapie senkt Telmisartan in täglicher Gabe von 80 mg den diastolischen Blutdruck um rund 11,5 mm Hg und den systolischen Blutdruck um rund 15,4 mm Hg. Das Kombinationspräparat Kinzalkomb mit 12,5 mg Hydrochlorthiazid senkt den diastolischen Blutdruck im Durchschnitt um 14,9 mm Hg, den systolischen Blutdruck um 23,9 mm Hg. Die Responderrate liegt bei 85 Prozent.
Dr. Gunther Claus (Melsungen) berichtete, dass zahlreiche groß angelegte klinische Studien die ausgezeichnete Verträglichkeit und effektive Blutdrucksenkung von Telmisartan belegt haben. Auch die Verbesserung der Elastizität von Arterienwänden durch dieses Sartan ist in placebokontrollierten Cross-over-Studien an Patienten mit arterieller Hypertonie und Typ-2-Diabetes gezeigt worden. Danach senkt Telmisartan signifikant die Blutdruckamplitude (Pulse Pressure), gemessen an A. carotis und A. femoralis, was auf eine Erhöhung der Gefäßelastizität zurückzuführen ist.
Der Pulse Pressure gelte heute als unabhängiger Risikofaktor, der bisher aber von den Ärzten noch nicht ausreichend beachtet werde, erklärte Dr. Rafael F. Schäfers (Essen). Dieser Parameter erlaubt eine zuverlässigere Abschätzung des kardiovaskulären Morbiditäts- und Letalitätsrisikos als die isolierte Bewertung von systolischem und diastolischem Blutdruck. Telmisartan senke nicht nur den systolischen und diastolischen Blutdruck, sondern auch den Pulse Pressure, betonte Schäfers. Siegfried Hoc

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