ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2003Helmut Remschmidt 65 Jahre

VARIA: Personalien

Helmut Remschmidt 65 Jahre

Dtsch Arztebl 2003; 100(33): A-2177 / B-1813 / C-1717

Warnke, Andreas

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Helmut Remschmidt Foto: Archiv
Helmut Remschmidt Foto: Archiv
Prof. Dr. med. Dr. phil. Helmut Remschmidt wurde am 25. April 2003 65 Jahre alt. Seit 1984 gehört er dem Wissenschaftlichen Beirat der Bundes­ärzte­kammer an und ist seit 2001 sein stellvertretender Vorsitzender. Seit 1983 gehört er dem Deutschen Ärzteblatt als Fachredakteur für Kinder- und Jugendpsychiatrie an; seit 1994 ist er stellvertretender Leiter der medizinisch-wissenschaftlichen Redaktion sowie seit 2002 wissenschaftlicher Berater von PP – Deutsches Ärzteblatt für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten. Für seine Verdienste um die ärztliche Fort- und Weiterbildung erhielt er 1996 die Ernst-von-Bergmann-Plakette der deutschen Ärzteschaft.
Helmut Remschmidt wurde in Czernowitz/Rumänien geboren. Nach Studien der Psychologie, Philosophie und Medizin in Erlangen, Wien und Tübingen habilitierte er sich in Marburg, am ersten Lehrstuhl des Fachgebietes der Kinder- und Jugendpsychiatrie in der Bundesrepublik. Remschmidt begründete 1975 den C-4-Lehrstuhl für Psychiatrie und Neurologie des Kindes- und Jugendalters an der FU Berlin, 1980 wechselte er als Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters am Klinikum der Philipps-Universität Marburg auf den dortigen C-4-Lehrstuhl.
Er baute eine international renommierte klinische Versorgungsstruktur mit mobilen, ambulanten, stationären, teilstationären und komplementären Bereichen auf und verband medizinisch-psychiatrische Strukturen mit solchen der Jugendhilfe. In der Forschung entwickelte Helmut Remschmidt gemeinsam mit Martin Schmidt (Lehrstuhlinhaber des Fachgebietes am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim) das Strategiekonzept einer „Mehrebenenforschung“. Das innovative Forschungsspektrum, mit dem Remschmidt das Fachgebiet in wichtigen Bereichen an internationale Spitzenpositionen heranführte, wurde fast ausschließlich durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert: Epidemiologie, Familienforschung, Entwicklungspsychopathologie, Psychotherapie, Psychopharmakotherapie und genetische Fragestellungen waren inhaltliche Schwerpunkte. Methodische Ansätze umfassten neuropsychologische und neurophysiologische Konzepte, experimentelle Methoden, retro- und prospektive Verlaufsstudien sowie Techniken genetischer, psychotherapeutischer und psychopharmakologischer Forschung.
Sein klinisches und wissenschaftliches Engagement und seine Verdienste in der Lehre finden Ausdruck in einer überwältigenden Publikationstätigkeit. Er hat durch seine Publikationen in hochrangigen Journalen das wissenschaftliche Ansehen der deutschen Kinder- und Jugendpsychiatrie auf internationaler Ebene entscheidend vorangetrieben. Er ist Autor und Co-Autor sowie Herausgeber zahlreicher Bücher, die teilweise in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Er ist Herausgeber und Mitherausgeber mehrerer nationaler und internationaler wissenschaftlicher Zeitschriften und Mitglied in vielen wissenschaftlichen Beiräten und Gutachtergremien.
Remschmidt hat zahlreiche nationale und internationale Ehrungen erfahren. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher „Leopoldina“, International Scholar der American Psychiatric Association, Fellow des Royal College of Psychiatrists, Special Professor of Psychiatry an der Universität Birmingham, Ehrenpräsident der spanischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Ehrenmitglied der American Academy of Child and Adolescent Psychiatry und erhielt die Niilo-Hallmann-Medaille der Finnish Foundation of Pediatric Research. Er war Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, über viele Jahre ihr Schriftführer, er ist ihr Ehrenvorsitzender und Ehrenmitglied des Berufsverbandes. Ausdruck seiner internationalen Wertschätzung und Integrationskraft sind seine Präsidentschaft der European Society for Child and Adolescent Psychiatry 1995–1999 und der International Association for Child and Adolescent Psychiatry and Allied Professions, des Weltverbandes des Fachgebietes seit 1998. Andreas Warnke
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