ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2003Ombudsmann: Viele Beschwerden

Versicherungen

Ombudsmann: Viele Beschwerden

Dtsch Arztebl 2003; 100(33): [99]

Combach, Rolf

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LNSLNS In den ersten eineinhalb Jahren seiner Tätigkeit haben sich zwischen Oktober 2001 und Februar 2003 knapp 12 800 Versicherungskunden beim Versicherungsombudsmann, Prof. Dr. jur. Wolfgang Römer, beschwert.
Bis zu einem Streitwert von 5 000 Euro kann der Ombudsmann für die Versicherungsnehmer verbindlich entscheiden. Die Unternehmen haben sich verpflichtet, der Entscheidung des Ombudsmanns ohne weiteres zu folgen, das heißt, das Versicherungsunternehmen zahlt den vom Ombudsmann festgestellten Betrag. Vor diesem Hintergrund fällt auf, dass rund 80 Prozent aller Beschwerden unter 5 000 Euro liegen.
Bei einem Streitwert von 5 000 bis 50 000 Euro spricht der Ombudsmann eine unverbindliche Empfehlung aus. Allerdings darf die Unverbindlichkeit nicht unterschätzt werden. Die Praxis habe gezeigt, so Römer, dass die Versicherungsunternehmen diesen juristisch eingehend begründeten Empfehlungen in aller Regel folgen.
Von allen Versicherungszweigen steht derzeit die Lebensversicherung mit 32 Prozent aller zulässigen Beschwerden an der Spitze. Zum Vergleich dazu: Die ebenfalls weit verbreitete Hausratversicherung kennt nur acht Prozent aller Beschwerden. Der Grund für den hohen Anteil der Lebensversicherung an den Beschwerden sei die Herabsetzung der Verzinsung, sagte der ehemalige Bundesrichter Römer. Deren Notwendigkeit sei den Verbrauchern nur schwer verständlich zu machen.
Neben der Lebensversicherung bereitet dem Ombudsmann die Rechtsschutzversicherung „gewisse Sorgen“. Viele Verbraucher wollten dagegen klagen, dass ihre Kapitalanlagen nicht den Erwartungen entsprechen. Sie erwarteten Kostendeckung von ihrer Rechtsschutzversicherung, um gegen die sie beratenden Banken oder auch Unternehmen am Neuen Markt gerichtlich vorgehen zu können. Der Ombudsmann hat in einer Reihe von Entscheidungen festgelegt, dass die Rechtsschutzversicherungen die Kosten der beabsichtigten Prozesse tragen müssen.
Beschwerden über Versicherungsunternehmen können gerichtet werden an: Versicherungsombudsmann, Postfach 08 06 32, 10006 Berlin, Telefon: 0 18 04/22 44 24 (24 Cent pro Anruf), Internet: www.ver sicherungsombudsmann.de.
Die privaten Kran­ken­ver­siche­rungen akzeptieren die Entscheidungen des Ombudsmannes übrigens nicht, was Römer „außerordentlich bedauert“. Für privat Krankenversicherte gibt es aber einen eigenen Ombudsmann, Arno Surminski. Kontakt: Ombudsmann Private Kranken- und Pflegeversicherung, Leipziger Straße 104, 10117 Berlin, Telefon: 01 80/2 55 04 44, Internet: www.pkv-ombuds mann.de Rolf Combach
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