ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2003Pflege in Heimen: Mängel bei der Ernährung

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Pflege in Heimen: Mängel bei der Ernährung

Dtsch Arztebl 2003; 100(34-35): A-2188 / B-1824 / C-1728

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Häufig nicht erkannt: Fehlende Flüssigkeit kann zu Verwirrtheit führen. Foto: epd
Häufig nicht erkannt: Fehlende Flüssigkeit kann zu Verwirrtheit führen. Foto: epd
Qualitätsprüfungen zeigen Missstände auf.
Bei der Pflege vor allem von älteren Menschen bestehen häufig gravierende Mängel bei der Ernährung und Flüssigkeitsversorgung. Auf diesen Missstand hat der Medizinische Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen (MDS) am 30. Juli in Berlin hingewiesen und Anforderungen für eine bessere Versorgung vorgestellt. „Die Ernährung ist eines der Hauptprobleme in der Pflege und muss deutlich besser werden“, sagte Jürgen Brüggemann, Leiter der MDS-Projektgruppe, die die Qualitätsprüfungen durchführte.
Die Mängel führten zu einer „drastischen Steigerung“ der Sterblichkeit, zu einem erhöhten Risiko von Stürzen und Brüchen sowie zu „schlechteren kognitiven Leistungen“. Häufig wird Brüggemann zufolge gar nicht erkannt, dass fehlende Flüssigkeit die Ursache für Probleme ist. Wenn ein Patient zu wenig trinke, könne dieser nach einigen Tagen verwirrt sein, sagte der Projektleiter. Wenn dieser Zusammenhang nicht erkannt wird, bekomme er dann womöglich Psychopharmaka. Der Patient erhalte also ein Medikament, „obwohl er eigentlich nur mehr Flüssigkeit bräuchte“, sagte Brüggemann. Als Konsequenz aus den Mängeln in diesem Bereich entwickelte der MDS eine Handlungshilfe „Ernährung und Flüssigkeitsversorgung älterer Menschen“. Diese kann kostenfrei von der Internetseite des MDS (www.mds-ev.de) heruntergeladen werden.
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