ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2003Die verlorene Kunst des Heilens

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Die verlorene Kunst des Heilens

Dtsch Arztebl 2003; 100(34-35): A-2217 / B-1848 / C-1751

Lown, Bernard

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rzt-Patient-Verhältnis
Bekenntnishafter Charakter
Bernard Lown: Die verlorene Kunst des Heilens. Anleitung zum Umdenken. F. K. Schattauer Verlag, Stuttgart, 2002, XIX, 281 Seiten, gebunden, 29,95 €
In vielen aufregenden Fallbeispielen erzählt der berühmte US-Kardiologe und Mitbegründer der „Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges“ (IPPNW) aus seiner 50-jährigen Praxis. Er erinnert an das Vermächtnis von Hippokrates und Paracelsus und gedenkt – nicht ohne Selbstkritik – seines eigenen Lehrers. Da gründliche Anamnese und körperliche Untersuchung größtenteils zur Diagnosestellung ausreichen, bemängelt er die Zunahme an unnötigen invasiven Untersuchungen. Das Wort des Arztes kann verletzend oder heilend wirken. Heilen beginnt damit, dem Patienten zuzuhören. Beispiele aus der Weltliteratur zeigen, was Dichter über Sinn des Lebens und die Geheimnisse des Todes sagen.
Wenn der Arzt zum Techniker wird, wo bleibt dann der Patient als Persönlichkeit? Auch warnt Lown vor Verführung der Ärzte mit Geld: „Der Wunsch nach Profit schließt wahres Arzttum aus.“ Kann Krankheit als Ware angesehen werden? Ziel ist ein modernes Gesundheitswesen ohne Vermarktung von menschlichem Leid, wie etwa Profitsteigerung durch Verlängerung des Sterbeaktes. Der Autor hofft, dass die Hospiz-Bewegung, die dem Sterbenden zu Würde verhelfen will, weiter an Bedeutung gewinnt.
Lowns Buch, das 1996 in den USA erschien und nun in deutscher Sprache vorliegt, hat bekenntnishaften Charakter. Es wird all diejenigen ansprechen, denen ein menschliches Verhältnis zwischen Arzt und Patienten am Herzen liegt. Maja Rehbein
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