ArchivDeutsches Ärzteblatt36/2003Intensivtherapie: Erfordernisse erkennen

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Intensivtherapie: Erfordernisse erkennen

Dtsch Arztebl 2003; 100(36): A-2289 / B-1909 / C-1809

Hüneburg, H.

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LNSLNS Der wichtige Artikel belegt die Notwendigkeit, Intensivstationen von vollamtlichen „Intensivisten“ führen zu lassen. Die zitierten Arbeiten beziehen sich im Übrigen auf die Intensivmedizin im Allgemeinen, nicht auf eine fachspezifische internistische Intensivmedizin allein. Auch für eine „Eigenständigkeit“ finden sich keine Argumente. Die Reduktion der Mortalität betrug in der Studie von Pronovost und Mitarbeitern fast 40 % auf Stationen, die von Intensivmedizinern geführt wurden, die Krankenhausmortalität zeigte dort eine Reduktion um 30 %. Über ihre „Leapfrog Group“, die sich für die Verbesserung der Patientensicherheit einsetzt, haben mehr als 140 Wirtschaftsorganisationen der USA (z. B. AT & T, Boeing, Caterpillar, Kellogg, Marriott, Microsoft) Standards zur personellen Ausstattung der amerikanischen Intensivstationen erstellen lassen. Würden diese Standards eingehalten, dann könnten mehr als 160 000 Todesfälle auf den Intensivstationen verhindert werden, so die Leapfrog Group.
In Deutschland wird sich die Wirtschaft wohl nicht engagieren, wenn die Ärzteschaft die Erfordernisse der Zeit verkennt. Wir müssen vielmehr mit Maßnahmen des Gesetzgebers rechnen. Er wird überfällige Qualitätsnachweise fordern – auch in der personellen Ausstattung – wenn es um Zusatzvergütungen für die Intensivmedizin im Rahmen der DRG-Einführung geht.
Dr. med. H. Hüneburg, Bonner Arbeitskreis für Intensivmedizin e.V., Bonner Talweg 4–6, 53113 Bonn
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