ArchivDeutsches Ärzteblatt45/1996Ausstellung zur Suchtprävention: Sehnsucht

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Ausstellung zur Suchtprävention: Sehnsucht

EB

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LNSLNS Unter dem Titel "SehnSucht" startete eine neue Wanderausstellung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zur Suchtprävention. Die bundesweite Auf-taktveranstaltung fand Anfang September in Köln statt. Mit geschätzten 2,5 Millionen Alkoholkranken, 1,2 Millionen Medikamentenabhängigen, rund 200 000 Konsumenten harter Drogen und einer steigenden Zahl jugendlicher Ecstasy-Konsumenten gehört Sucht zu den großen gesellschaftlichen Problemen unserer Zeit. "Es ist enorm wichtig, Hilfen für drogenabhängige und suchtkranke Menschen anzubieten", so Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der BZgA, "ebenso wichtig ist es aber auch, den Blick darauf zu richten, was Sucht im Vorfeld verhindern kann, was Menschen stark macht, damit Abhängigkeit, Mißbrauchsverhalten und Sucht gar nicht erst entstehen. Dazu will die Ausstellung ,SehnSucht' beitragen."
"SehnSucht" wendet sich darum an Jugendliche (ab etwa 14 Jahre) ebenso wie an Erwachsene, an Eltern, Lehrerinnen und Lehrer sowie an alle pädagogisch arbeitenden Personen. Der rund 400 qm große Ausstellungspavillon ist nach Angaben der Veranstalter gestalterisch gleichermaßen aufsehenerregend wie funktional: Über eine Brücke gelangen die Besucher in eine "Suchtlandschaft", deren bizarre Türen ihre "süchtigen" Geheimnisse nur schlecht verbergen. Sie zeigen, wie sich hinter beinahe jeder Sucht eine Sehnsucht verbirgt, und sensibilisieren für den Zusammenhang zwischen unerfüllten Wünschen, Frust und Krisen und der Entstehung süchtigen Verhaltens. Im "Labyrinth des Lebens" werden exemplarische Lebensgeschichten erzählt, die zeigen, wie Menschen mit Krisen und Umbrüchen umgehen, und auf der großen interaktiven Balance-Scheibe gilt es, zwischen den Extremen das Gleichgewicht zu finden. Ein "Genuß- & Mußekino" und die "Kraftquellen" sind weitere Stationen in der Ausstellung.
Die Premiere in Köln ist der Auftakt für eine Tournee, die "SehnSucht" in den kommenden Jahren an viele Orte in allen Bundesländern führen wird. Fachbetreuerinnen und Fachbetreuer der BZgA stehen während der gesamten Ausstellungsdauer für Fragen und Gespräche zur Verfügung. EB
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