ArchivDeutsches Ärzteblatt36/2003Endoskopische oder medikamentöse Therapie der Ösophagusvarizenblutung?

MEDIZIN: Referiert

Endoskopische oder medikamentöse Therapie der Ösophagusvarizenblutung?

Dtsch Arztebl 2003; 100(36): A-2298 / B-1915 / C-1814

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LNSLNS In den meisten Kliniken wird eine Notfall-Sklerotherapie bei der Ösophagusvarizenblutung als Therapie der ersten Wahl eingesetzt, auch wenn vasoaktive Medikamente zu einem Blutungsstillstand führen.
Die Autoren aus Palermo berichten über eine Metaanalyse von Publikationen, die in den Jahren von 1968 bis 2002 veröffentlicht wurden. In den analysierten Studien wurde die Sklerotherapie mit Vasopressin, Terlipressin, Somatostatin oder Octreotid bei der Ösophagusvarizenblutung verglichen.
Bei der Auswertung zeigte sich, dass die Sklerotherapie einer medikamentösen Therapie mit Terlipressin, Somatostatin oder Octreotid bezüglich Blutstillung, Rezidivblutungsrate, erforderlichen Bluttransfusionen, unerwünschten Wirkungen und Mortalität nicht überlegen war.
Die Autoren unter der Leitung von Dr. D’Amico kommen zu dem Schluss, dass bei der Ösophagusvarizenblutung durch vasoaktive Substanzen eine Kontrolle der Blutung in 83 Prozent erzielt werden kann. Eine endo-
skopische Behandlung sollte dann zum Einsatz kommen, wenn es nicht gelingt, eine pharmakologische Blutstillung zu erreichen.
Außerhalb der üblichen Dienstzeiten, also während der Nacht oder am Wochenende sollte deshalb primär ein konservativer Therapieversuch mit Terlipressin, Somatostatin oder Octreotid unternommen werden, gefolgt von einer Sklerotherapie (oder einer Gummibandligatur) im blutungsfrei-
en Intervall oder bei Therapieversagern. w

D'Amico G, Pietrosi G, Tarantino I et al.: Emergency sclerotherapy versus vasoactive drugs for variceal bleeding in cirrhosis: a cochrane meta-analysis. Gastroenterology 2003; 124: 1277–1291.
Dr. G. D'Amico, Department of Medicine, Ospedale
V Cervello, Via Trabucco 180, 90146 Palermo. Italien.
E-Mail: gedamico@libero.it

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