ArchivDeutsches Ärzteblatt36/2003Therapie des hepatozellulären Karzinoms: Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Therapie des hepatozellulären Karzinoms: Schlusswort

Dtsch Arztebl 2003; 100(36): A-2317

Dietrich, Christoph G.; Geier, Andreas; Gartung, Carsten

zu dem Beitrag von Dr. med. Christoph G. Dietrich, Dr. med. Andreas Geier, Priv.-Doz. Dr. med. Josef Tacke, Priv.-Doz. Dr. med. Carsten Gartung, Prof. Dr. med. Siegfried Matern in Heft 12/2003
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LNSLNS Wir danken den Kollegen Birth und Bröring für die ausführliche Darstellung der Therapieoptionen des HCC in der nichtzirrhotischen Leber. Wie unserem Artikel zu entnehmen, empfehlen auch wir bei nichteingeschränkter Leberfunktion selbstverständlich die Resektion bei Herden > 5 cm. Die von den Kollegen zitierte Passage aus unserem Artikel bezieht sich nur auf zirrhotische Lebern. Es sind aber gerade die zirrhotischen HCC-Patienten, bei denen die Therapieplanung schwierig und ein Therapieerfolg nur bei sorgfältigem Staging und gezielter multimodaler Therapie zu erreichen ist. Zudem stellt die Entwicklung eines hepatozellulären Karzinoms in der nichtzirrhotischen Leber in unserem wie auch im Patientenkollektiv anderer Zentren eine seltene Situation dar (unter 20 Prozent [1]). Aus diesen Gründen sind wir in unserem Artikel bei der gebotenen Kürze nicht auf alle Aspekte der chirurgischen Therapie ausführlich eingegangen.
Bei zirrhotischen Lebern ist bei einem singulären Herd > 3 und < 5 cm (den Druckfehler im Manuskript bitten wir zu entschuldigen) primär die Transplantation zu wählen; dieser Aspekt wie auch die Leberlebendspende sind jedoch unserer Ansicht nach hinreichend erwähnt. Ob man die schlechtere Leberfunktion oder die Behandlung der Grundkrankheit bei der Motivation zur Transplantation in den Vordergrund stellt, ist letztlich unerheblich, da beide Größen als voneinander abhängig angesehen werden müssen.
Bezüglich der Bewertung der Studie von Yamamoto et al. (2) ist anzumerken, dass die von Birth und Bröring ins Spiel gebrachten Unterschiede zwischen den Patientengruppen im bilobären Befall nicht signifikant waren. Zudem wiesen die chirurgischen Patienten in anderen Parametern signifikante Vorteile auf, zum Beispiel bei der Leberfunktion vor Therapie. Wir sind uns aber mit den Leserbriefschreibern einig, dass aufgrund des Designs wie auch der Patientenauswahl Schlüsse aus dieser Studie schwer abzuleiten sind. Letztlich wird hierdurch einmal mehr deutlich, wie wichtig adäquates Staging und eine sorgfältige interdisziplinäre Therapieplanung in Absprache mit Internisten, Chirurgen und Radiologen ist.

Literatur
1. Rocken C, Carl-McGrath S: Pathology and pathogenesis of hepatocellular carcinoma. Dig Dis 2001; 19: 269–278.
2. Yamamoto J, Okada S, Shimada K et al.: Treatment strategie for small hepatocellular carcinoma: comparison of long-term results after percutaneous ethanol injection therapy and surgical resection. Hepatology 2001; 34: 707–713.

Für die Verfasser
Dr. med. Christoph G. Dietrich
Dr. med. Andreas Geier
Priv.-Doz. Dr. med. Carsten Gartung
Medizinische Klinik III der RWTH-Aachen
Pauwelstraße 30
52057 Aachen

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