ArchivDeutsches Ärzteblatt36/2003Sportboote: Meist nicht versichert

Versicherungen

Sportboote: Meist nicht versichert

Dtsch Arztebl 2003; 100(36): [115]

Combach, Rolf

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Leinen los – aber nur mit Haftpflichtversicherung. Foto: GDV
Leinen los – aber nur mit Haftpflichtversicherung. Foto: GDV
Der Halter haftet in voller Höhe für den von ihm verursachten Schaden.

Jahr für Jahr zieht es mehr Deutsche in der Freizeit und im Urlaub aufs Wasser. Die Gewässer werden von vielen Surfern und Bootssportlern gleichzeitig genutzt, häufig zusammen mit Schwimmern oder der Berufsschifffahrt. Kommt es dabei durch die Schuld des Wassersportlers zu einem Unfall, so haftet er für den angerichteten Schaden in voller Höhe. Darauf weist der Gesamtverband der Deut-schen Versicherungswirtschaft hin. Hat sich der Freizeitkapitän zum Beispiel beim Segeln zuviel zugetraut und kann dann in einer kritischen Situation sein Boot nicht richtig manövrieren, so ist er für daraus entstehende Sach- und Personenschäden verantwortlich. Das Gleiche gilt, wenn sich der Bootsführer nicht an die für die jeweilige Wasserstraße geltenden Bestimmungen hält.
In verschiedenen europäischen Ländern, zum Beispiel in Italien, Jugoslawien und in der Schweiz, besteht für das Halten und Führen von Sportbooten Versicherungspflicht. In Deutschland ist der Abschluss einer Haftpflichtversicherung zwar nicht vorgeschrieben, angesichts der möglichen Schadenersatzforderungen sollte jedoch kein Bootseigentümer darauf verzichten.
Eine Sportboothaftpflichtversicherung zahlt, wenn begründete Schadenersatzansprüche gegen den Bootsbesitzer erhoben werden; unberechtigte Ansprüche werden von der Versicherung abgewehrt. Sie gilt weltweit und rund um die Uhr. Den Schaden am eigenen Boot deckt eine Bootskaskoversicherung. Für Haftpflichtschäden, die durch Ruder- oder Paddelboote verursacht werden, reicht eine Privathaftpflichtversicherung.
Vor der Urlaubsreise ins Ausland kann sich der Versicherungsnehmer auf Anforderung von seiner Gesellschaft eine Bestätigung über bestehenden Versicherungsschutz ausstellen lassen. Der Versicherungsverband hat eine in zehn Sprachen abgefasste einheitliche Versicherungsbestätigung ausgearbeitet und seinen Mitgliedern zur Verwendung auf freiwilliger Basis empfohlen. Im Schadenfall wird der Umgang mit Behörden erfahrungsgemäß erleichtert, wenn die Bestätigung in der jeweiligen Landessprache vorliegt.
Jugoslawien-Urlauber sollten bei der Einreise mit dem Boot – ob zu Land oder zu Wasser – auf jeden Fall eine solche Versicherungsbestätigung mit sich führen, da sie damit rechnen müssen, dass die Behörden den Nachweis einer Haftpflichtversicherung verlangen. Italien-Urlauber benötigen unbedingt die „Blaue Sportboot-Versicherungskarte“, weil in Italien alle Boote mit einer Motorleistung von mehr als drei PS versicherungspflichtig sind. Rolf Combach
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