VARIA: Personalien

Gestorben

Dtsch Arztebl 1996; 93(45): A-2968 / B-2512 / C-2356

Gelsner, Kurt

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LNSLNS Dr. med. Georg Schreiber, seit Ende der sechziger Jahre als Medizinjournalist in Oberaudorf am Inn ansässig, erlag wenige Stunden nach Vollendung seines 75. Lebensjahres einem Krebsleiden.
Am 9. Oktober 1921 in Münster geboren, studierte er unter Kriegsbedingungen in seiner Heimatstadt, Breslau und München Medizin, 1945 wurde er promoviert und erhielt die Approbation als Arzt.
Frühzeitig visierte er den Medizinjournalismus als Berufsziel an. Auf dem Weg dorthin sammelte er politische Erfahrungen. Mit 26 Jahren war er stellvertretender Pressereferent in der Bayerischen Staatskanzlei in München. Über den Verfassungskonvent auf der Insel Herrenchiemsee berichtete er als Korrespondent. 1949 initiierte er in München die Arbeitsgemeinschaft Auswärtiger Presse, den heutigen internationalen Presseclub.
Als Autor von Tages- und Wochenzeitungen, der Fachpresse, des Rundfunks und des Fernsehens stattete er die noch junge Fachsparte "Medizinjournalismus" mit Eigenständigkeit und Aufgabenkonturen aus. Dabei half ihm das "Kollegium der Medizinjournalisten e.V.", das er 1965 gründete und bis 1975 leitete.
Vor allem drei Aktivitäten sichern dem liberalen Westfalen Georg Schreiber auch für die Zukunft das achtungsvolle Interesse der Ärzteschaft. Mit Büchern wie "Der Medizinbetrieb" (der Titel ging sogar in die Fachsprache ein) oder "Vorsicht Medizin" bereitete er einer unabhängig-kritischen Betrachtung ärztlicher Standes- und Berufspolitik den Boden. Mit "euromed" (früher erschienen im Werk-Verlag Dr. Edmund Banaschewski in Gräfelfing) konzipierte er den neuen Typ eines fachlich fundierten Ärzte-Magazins. Seit 1976 baute er seine Erfindung "Klinik-Talkshow" in der Oberaudorfer Onkologischen Klinik Bad Trißl zu einer über Deutschland hinaus beachteten Institution aus.
Nach zwanzigjähriger Laufzeit moderierte er trotz angeschlagener Gesundheit auch noch seine 300. Talkshow. Erst danach überstieg die selbstgewählte Aufgabe, anderen Krebskranken Mut zu machen, seine eigenen Kräfte. Kurt Gelsner
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