ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2003Allergien: Modulation durch Psyche

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Allergien: Modulation durch Psyche

Dtsch Arztebl 2003; 100(37): A-2334

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Emotionale Faktoren können allergische Symptome mitauslösen. Foto: BilderBox
Emotionale Faktoren können allergische Symptome mitauslösen. Foto: BilderBox
Psychotherapie in manchen Fällen angeraten
Allergische Symptome wie Niesattacken, Luftnot und Augenjucken treten bei manchen Allergikern auch ohne Allergen auf – zum Beispiel im Sinne einer klassischen Konditionierung beim Betrachten eines Fotos, auf dem das Allergen abgebildet ist. Darauf hat der Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA) hingewiesen. Oft spielten Stress, Beziehungskonflikte, Depressionen und Ängste als Kofaktoren eine Rolle beim Auftreten allergischer Symptome. Allergologen gingen davon aus, dass bei etwa der Hälfte aller Asthmaanfälle als mögliche Auslöser neben einer allergischen Komponente, Infektionen und physikalischen Reizen auch emotionale Faktoren beteiligt seien.
„Es bestehen enge Beziehungen zwischen Nerven- und Immunsystem“, sagte Prof. Dr. med. Harald Renz von der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI). „Sie wirken in beide Richtungen und werden durch Neurotransmitter vermittelt.“ Die Forschung interessiere sich besonders für die Gruppe der Neurotrophine. Diese Neurotransmitter werden von Nerven- und von Immunzellen gebildet und wirken auf beide Zellsysteme. „Neurotrophine scheinen eine wichtige Schnittstelle zwischen Nerven- und Immunsystem zu bilden. Sie werden bei allergischen Reaktionen überschießend produziert und bleiben über Tage und Wochen hinweg wirksam“, so Renz. ÄDA und DGAI empfehlen, Allergiepatienten gegebenenfalls psychotherapeutisch mitbehandeln zu lassen – auch dann, wenn starke seelische Belastungen nicht als eine der Ursachen, sondern als Folge der Allergie aufträten.
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