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Nachgefragt

Dtsch Arztebl 2003; 100(37): A-2340 / B-1954 / C-1846

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Dr. med. Norbert Metke, KV Nord- Württemberg, war an den Verhandlungen zum ambulanten Operieren beteiligt. Foto: KV NW
Dr. med. Norbert Metke, KV Nord- Württemberg, war an den Verhandlungen zum ambulanten Operieren beteiligt. Foto: KV NW
DÄ: Die Verhandlungen über den neuen Vertrag zum ambulanten Operieren haben sich lange hingezogen. Wer sind denn jetzt die Gewinner?
Dr. Metke: Alle gewinnen – in erster Linie der Patient, da durch eine strikte Vorgabe, was ambulant operiert werden muss und nicht mehr stationär sein darf, eine stationäre Behandlung nur noch dann erfolgt, wenn diese unabdingbar notwendig ist. Weitere Gewinner sind die niedergelassenen, ambulanten Operateure, da die Zahl der Operationen, die ambulant zu erfolgen haben, nochmals deutlich ausgeweitet wurde, verpflichtend für alle Beteiligten. Gewinner sind auch die Krankenhäuser, da diese in einem offenen Wettbewerb um den Patienten ambulant ohne Überweisungsvorbehalt operieren dürfen, respektive ambulant operieren müssen, wo dies nicht mehr stationär sein darf.

DÄ: Was ist das eigentlich Neue an diesem dreiseitigen Vertrag?
Dr. Metke: Der Vertrag ist insofern revolutionär, als er die Verpflichtung beinhaltet, ab dem 1. Januar 2005 auf ein pauschaliertes Entgeltsystem umzustellen und die Kompatibilität mit dem neu gefassten Kapitel „Ambulantes Operieren“ im EBM 2000plus herzustellen. Das heißt für den niedergelassenen Bereich, dass zum ersten Mal seit knapp 20 Jahren der Operateur wieder ein festes Honorar in Euro statt floatende Punktwerte für das Ambulante Operieren erhält und sich nach der Devise Geld folgt der Leistung die Vergütung für dieselbe operative Leistung im stationären und ambulanten Bereich zwangsweise wird annähern müssen.

DÄ: Kritiker wenden ein, dass die ambulanten Operationen nicht zu Einsparungen führen. Ein Nachweis sei bislang noch nicht gelungen.
Dr. Metke: Dies ist falsch. Die Techniker Krankenkasse Baden-Württemberg hat die Zahl identischer Operationen im stationären und ambulanten Bereich für die Jahre 2001 und 2002 verglichen und bewiesen, dass zum Beispiel der Anstieg phlebologischer Operationen im ambulanten Bereich mit einem gleichzeitigen Absinken der entsprechenden Operationen im stationären Bereich einhergeht. Damit ist neben weiteren Daten der Beweis erbracht, dass eine Förderung des ambulanten Operierens durch niedergelassene Ärzte und durch das Krankenhaus mit einer Reduktion der stationären Behandlungen einhergeht und damit zwangsweise zu Kosteneinsparungen führen muss. Dies bei nachgewiesener identischer Qualität im ambulanten und stationären Bereich.
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