ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2003Hausärzte dennoch optimistisch

POLITIK

Hausärzte dennoch optimistisch

Dtsch Arztebl 2003; 100(37): A-2342 / B-1955 / C-1847

Lenze, Susanne

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LNSLNS Nach dem Gesetzentwurf ist der Hausarzt nicht selbstverständlich zum Lotsen deklariert. Der Deutsche Hausärzteverband (BDA) gab sich dennoch zuversichtlich: „In Zukunft wird sich der Hausarzt als Lotse in unserem Gesundheitssystem durchsetzen“, sagte Prof. Dr. med. Klaus-Dieter Kossow, Bundesvorsitzender des BDA, Anfang September in Berlin. Dafür spreche unter anderem eine Umfrage der Bertelsmann Stiftung von 2003: 81 Prozent der Versicherten sind bereit, vor einem Facharztbesuch immer erst den Hausarzt aufzusuchen – wenn dafür im Gegenzug die Kran­ken­ver­siche­rungsbeiträge sinken. Das Hausarztsystem werde in der Bevölkerung auch dadurch Akzeptanz finden, sagt Kossow, weil nach dem Gesetzentwurf die Krankenkassen die Möglichkeit bekommen sollen, Versicherte über Beitragsboni zu gewinnen.
„Die integrierte Versorgung wird eine Chance haben“, sagte Kossow. Vorausgesetzt, es seien ausreichend Ärzte bereit, die integrierte Versorgung zu steuern. Jedoch empfiehlt er nur leistungsfähigen Ärzten, solche Integrations-Netze zu managen. Der BDA will nur Verträge mit den KVen akzeptieren, die den Hausarzt in den Mittelpunkt stellen. „Das gilt für die integrierte Versorgung und für Disease-Management-Programme“, sagte Kossow. Verträge, die Ärzten das Morbiditätsrisiko aufbürden, dürften nicht abgeschlossen werden, warnte Kossow. Der Verband will auch eigene Vertragsalternativen anbieten.
Sorge bereitet Kossow die Praxisgebühr. Hausärzte hätten keine Erfahrung mit Bargeldeinnahmen. „Es bedeutet für die Ärzte eine zusätzliche administrative Belastung und stellt sie vor Infrastrukturprobleme“, prognostizierte der BDA-Chef. Den Unmut der Patienten würden die Kollegen deutlich zu spüren bekommen, fügte Eberhard Mehl, BDA-Hauptgeschäftsführer, hinzu. Susanne Lenze
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