ArchivDeutsches Ärzteblatt45/1996Goldene Kreditkarten: Doppelt versichert ist nicht besser

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Goldene Kreditkarten: Doppelt versichert ist nicht besser

rco

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LNSLNS Eurocard, Visa und American Express bieten gegen Aufpreis neben der normalen Kreditkarte auch die Goldene an. Wer dieses Kärtchen sein eigen nennt, erhält mannigfache Versicherungen gratis hinzu. Das reicht von der Autoschutzbrief-Versicherung über die Auslands-Kran­ken­ver­siche­rung bis hin zur Bruchversicherung beim Einkauf. Die Karten-Firmen haben an fast jedes abzusichernde Risiko gedacht.
Doch wer die Kartenbedingungen – also das Kleingedruckte – studiert, wird sehr schnell merken, daß nicht alles Kartengold ist, was glänzt. Das Angebot der Versicherung gilt nämlich nur dann, wenn man die Kreditkarte vor dem Unfall oder vor dem Schadeneintritt als Zahlungsmittel eingesetzt hat. Was passiert beispielsweise, wenn man sich im Hotel verletzt? Hat man bereits Versicherungsschutz, wenn man in der Empfangshalle mit der Gold-Karte in der Hand dem Rezeptionisten zuwedelt, um ihm klarzumachen, daß man mit Plastikgeld zahlen will? Es werden weltweit geltende Reise-Unfall-Versicherungen angeboten, die zwischen 200 000 DM und einer Million Mark liegen. Doch: Der Unfallschutz gilt nur dann, wenn die Reise mit der Karte bezahlt wurde. Also: Eine Geschäftsreise aus der Firmenkasse ist nicht versichert.
Außerdem: Wer bereits eine private Kran­ken­ver­siche­rung abgeschlossen hat, braucht die zusätzliche Kran­ken­ver­siche­rung über die Gold-Karte eh nicht. Denn die Versicherer zahlen nur dann, wenn niemand sonst für den Schaden haftet.
Auch der sogenannte Haftpflichtschutz für Leihwagen nützt dem Gold-Karten-Inhaber nicht viel. Denn in den meisten Urlaubsländern sind die Autos ohnehin haftpflichtversichert. rco
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