ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2003Thüringer Wald: Am Rennsteig – Wandern und Radeln

VARIA: Reise / Sport / Freizeit

Thüringer Wald: Am Rennsteig – Wandern und Radeln

Dtsch Arztebl 2003; 100(37): A-2392 / B-1998

Clade, Harald

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Thüringer Wald: Blick auf Struth-Helmershof im Kreis Schmalkalden
Thüringer Wald: Blick auf Struth-Helmershof im Kreis Schmalkalden
Als das „Grüne Herz Deutschlands“ wird oftmals der Thüringer Wald bezeichnet, eines der größten zusammenhängenden Mittelgebirge.
Touristisch hervorragend erschlossen ist die Region, der schon Johann Wolfgang von Goethe Tribut zollte. Nicht nur Pflicht, sondern auch Passion führte den großen Dichter und Politiker aus Weimar ins „grüne Waldgebirge“, wie er gegenüber Charlotte von Stein schwärmte, und dessen „hohen Gipfel“ er per pedes erklomm.
Zu einer „Touristen-Rennbahn“ ist inzwischen der 168 Kilometer lange Rennsteig geworden, der Hauptwander- und Radlerweg quer durch den Thüringer Wald, der sich zwischen Saale und Werra wie ein Bogen von Nordwest bei Eisenach nach Südost bei Hoerschel spannt. Hat der Wanderer die sanfte Höhe des Rennsteigs erklommen, bewegt er sich fast ebenerdig
entlang diesem recht breiten, oft mit groben Schottersteinen bestückten Weg ganz in der Nähe der größeren Erholungsorte wie Tambach-Dietharz, Floh-Seligenthal, Struth-Helmershof, Tabarz oder der sehenswerten Gemeinden von Schmalkalden und Kleinschmalkalden.
Über 1 300 alte Buntsandsteine und unzählige mit einem „R“ gekennzeichnete Fichten markieren den Rennsteig (auch Rennstieg oder Rennweg genannt). Nur hin und wieder berührt der Querfeldeinweg eine kleine Ortschaft. Er führt vorbei an einer Anzahl von Bergwachthütten, DRK-Stationen und – allerdings recht spartanisch ausgestatteten – relativ raren bewirtschafteten Ausflugsgaststätten und Hütten.
Anstieg zur Ludwig-Jahn-Hütte am Rennsteig Fotos: Günter Recktenwald
Anstieg zur Ludwig-Jahn-Hütte am Rennsteig Fotos: Günter Recktenwald
Die Markierungssteine dienen nicht nur der Orientierung, sie sind vielmehr Zeugen deutscher Geschichte, denn sie tragen die Initialen vieler Fürstentümer und feudaler Kleinstaaten. 13 Dreiherrensteine sind die herausragenden Denkmale, denn hier trafen sich drei verschiedene Territorien. Der älteste und berühmteste ist der Kurfürstenstein aus dem Jahr 1513 bei Brennersgrün. Attraktionspunkte sind die höchsten Erhebungen des Thüringer Waldes, so der Kleine und Große Inselsberg (916 m), der Große Beerberg (982 m), der Schneekopf (978 m) und der Große Finsterberg (944 m). Besonders vom Inselsberg und vom Schneekopf genießt man einen schönen Rund- und Fernblick.
Eldorado des Wintersports
Im Winter lockt Oberhof mit seinem olympiareifen Wintersportzentrum, mit seinem Biathlon-Stadion und der großen Sprungschanze. Dann ist auch Skilanglauf auf vielen markierten gut präparierten Routen angesagt. Nahe Schmiedefeld, einem beliebten Erholungs- und bekannten Wintersportort, gibt es einen Skilift am 908 Meter hohen Eisenberg. Die Nachbargemeinde Frauenwald war einst die höchstgelegene Ansiedlung der Preußen. Die Kirche wurde nach den Plänen des großen Baumeisters Karl Friedrich Schinkel erbaut, ein heute noch sehenswertes Kleinod.
Auch Martin Luther wandelte einst auf diesem historischen Boden hinauf zum Rennsteig, dem Herbert Roth wie überhaupt dem ganzen Thüringer Wald ein Denkmal in Noten gesetzt hat – das schwelgerische und heimatfeste Rennsteiglied.
Oberhof, ein Zentrum des Wintersports, und talwärts Zella-Mehlis und die Waffenstadt Suhl präsentieren sich als freundliche Gastgeber – ein Gebiet, das bis nach Hiltburghausen und bis ins Heldburger Land reicht, mit dem Kleinen Thüringer Wald, einem Landstrich aus Stille und Anmut.
Informationen: Fremdenverkehrsverband Thüringer Wald e.V., August-Bebel-Straße 16, 98501 Suhl; www. thueringer-wald.com; Hotel der Dreisternekategorie: Thüringer Hof, Hartmut Kirchner, Kronsteinstraße 3, 98593 Struth-Helmershof, Telefon: 0 36 83/79 19-0. Harald Clade
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema