ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2003Studenten-Kran­ken­ver­siche­rung: Beiträge erhöhen sich nur geringfügig

Versicherungen

Studenten-Kran­ken­ver­siche­rung: Beiträge erhöhen sich nur geringfügig

Dtsch Arztebl 2003; 100(37): [67]

Büser, Wolfgang

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LNSLNS Der staatliche Zuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung ist für BAföG-Empfänger höher als der von den Studenten zu zahlende Beitrag.

Eine gute Nachricht für Studenten, die gesetzlich krankenpflichtversichert sind: Ihre Beiträge erhöhen sich zum Wintersemester 2003/04 und Sommersemester 2004 nur geringfügig von 45,67 Euro auf 46,60 Euro im Monat. Ebenfalls einheitlich ist in allen Bundesländern der Studenten-Beitrag zur Pflegeversicherung: er beträgt unverändert 7,92 Euro monatlich. Das gilt – wie in der Kran­ken­ver­siche­rung – für alle Krankenkassenarten. Freiwillig versicherte Studenten zahlen für die Kran­ken­ver­siche­rung monatlich 79,34 Euro, für die Pflegeversicherung 13,49 Euro.
BAföG-Empfänger lässt die Beitragsentwicklung ohnehin kalt: Der staatliche Zuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung beträgt zum Wintersemester 2003/04 bundeseinheitlich 55 Euro (47 Euro Kran­ken­ver­siche­rung/acht Euro Pflegeversicherung). Das sind rund 50 Cent mehr, als von den Studenten tatsäch-lich aufzubringen ist.
Ein Großteil der Studenten hat ebenfalls keine Beitragsprobleme: Sie sind durch ihre Eltern gesetzlich krankenversichert, ohne dass dafür Zusatzbeiträge aufzubringen wären. Das gilt bis zum 25. Geburtstag – und solange das regelmäßige Einkommen der Studierenden, etwa aus regelmäßigem Arbeitsverdienst oder Zinsen, 340 Euro im Monat nicht übersteigt.
Zudem wird nicht jeder Student, der nicht über seine Eltern versichert ist, selbst Mitglied einer Krankenkasse. Denn die Studentische Versicherung besteht nur bis zum 14. Semester beziehungsweise bis zum 30. Lebensjahr. Darüber hinaus kann der Spartarif nur unter bestimmten Bedingungen beansprucht werden – etwa beim Erwerb der Zugangsvoraussetzungen im zweiten Bildungsweg vor dem 30. Geburtstag oder weil sich das Studium durch eine längere Krankheit, wegen einer Behinderung oder einer Schwangerschaft verzögert hat.
Privat krankenversicherte Studenten kommen nicht ganz so billig davon wie ihre „gesetzlichen“ Kollegen. Bis sie 24 Jahre alt sind, zahlen sie für ihre Police 82,30 Euro im Monat, womit sie einen abgespeckten Leistungsanspruch erwerben, etwa die Behandlung in der allgemeinen Pflegekasse der Krankenhäuser. Vom 25. Geburtstag an kostet die Private Kran­ken­ver­siche­rung 103,60 Euro, ab 30 Jahre müssen 124,30 Euro berappt werden – bis zum 34. Geburtstag. Ein individueller Kostenzuschlag für Neukunden bleibt den privaten Versicherungsunternehmen allerdings vorbehalten. Der Pflegeversicherungsbeitrag beträgt einheitlich 13,04 Euro pro Monat.
Auch BAföG-geförderte privat versicherte Studenten erhalten zu ihren Aufwendungen den staatlichen Zuschuss in Höhe von 55 Euro pro Monat. Studenten, die nicht kranken- und damit auch nicht pflegeversichert sein wollen, können darauf verzichten. Sie legen ihrer Universität oder Fachhochschule die Befreiungsbescheinigung einer Krankenkasse vor. Wolfgang Büser
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