ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2003Allergien: Modulation durch Psyche

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Allergien: Modulation durch Psyche

PP 2, Ausgabe September 2003, Seite 389

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LNSLNS Psychotherapie in machen Fällen angeraten
Allergische Symptome wie Niesattacken, Luftnot und Augenjucken treten bei manchen Allergikern auch ohne Allergen auf – zum Beispiel im Sinne einer klassischen Konditionierung beim Betrachten eines Fotos, auf dem das Allergen abgebildet ist. Darauf hat der Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA) hingewiesen. Oft spielen nach Angabe des Verbandes Stress, Beziehungskonflikte, Depressionen und Ängste als Kofaktoren eine Rolle beim Auftreten allergischer Symptome.
Allergologen gingen zum Beispiel davon aus, dass bei etwa der Hälfte aller Asthmaanfälle als mögliche Auslöser neben einer allergischen Komponente, Infektionen und physikalischen Reizen auch emotionale Faktoren beteiligt seien. „Ohne Frage bestehen enge Beziehungen zwischen Nervensystem und Immunsystem“, erklärte Prof. Dr. med. Harald Renz von der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immu-
nologie (DGAI).
„Sie wirken in beide Richtungen und werden durch Neurotransmitter vermittelt.“ Die Forschung interessiere sich zurzeit besonders für die Gruppe der so genannten Neurotrophine. Diese Neurotransmitter werden nicht nur von Nervenzellen, sondern auch von Immunzellen gebildet, und sie wirken auch auf beide Zellsysteme. „Neurotrophine scheinen eine wichtige Schnittstelle zwischen Nervensystem und Immunsystem zu bilden. Sie werden bei allergischen Reaktionen überschießend produziert und bleiben über Tage und Wochen hinweg wirksam“, so Renz. ÄDA und DGAI empfehlen, einen Allergiepatienten gegebenenfalls psychotherapeutisch mitbehandeln zu lassen – das gelte auch dann, wenn starke seelische Belastungen nicht als eine der Ursachen, sondern als Folge der Allergie aufträten.
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