ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2003Zentrale Venenkatheter: Sonographie erleichtert Punktion

AKTUELL: Akut

Zentrale Venenkatheter: Sonographie erleichtert Punktion

Dtsch Arztebl 2003; 100(38): A-2405 / B-2009 / C-1893

Meyer, Rüdiger

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LNSLNS Eine Ultraschalluntersuchung kann nicht nur Anfängern, sondern auch erfahrenen Ärzten das Legen von zentralen Venenkathetern erleichtern. Eine Meta-Analyse des englischen National Institute for Clinical Excellence (NICE) zeigt, dass unter sonographischer Kontrolle die Komplikationsrate bei den meisten Anwendungen sinkt (BMJ 2003; 327: 361–367). Eine gefürchtete Komplikation beim Legen zentraler Venenkatheter ist unter anderem der Pneumothorax. Da die zu punktierenden Venen nicht sichtbar sind, versucht sich der Arzt an anatomischen Leitpunkten zu orientieren. Mithilfe der Ultraschalluntersuchung (Echtzeit oder Doppler) kann das Gefäß jedoch genau lokalisiert werden; gleichzeitig erfährt man, ob eine Thrombosierung vorliegt oder nicht.

Daniel Hind von der School of Health and Related Research in Sheffield hat für die Analyse 18 Studien mit 1 646 Teilnehmern ausgewertet. Ergebnis: Die beiden Ultraschallmethoden führen insgesamt zu weniger Komplikationen. Gesenkt wurde sowohl die Gesamtrate der misslungenen Versuche (relatives Risiko/RR/0,14) als auch die Rate der misslungenen ersten Versuche (RR 0,59). Der Vorteil war jedoch nicht für alle Venen (V. subclavia, V. jugularis interna oder V. femoralis) und nicht für alle Altersgruppen (Erwachsene oder Kinder) gleich groß. Darüber hinaus macht es einen Unterschied, ob ein Echtzeitultraschall oder eine Doppleruntersuchung durchgeführt wurde. Die Echtzeit-Sonographie war der herkömmlichen Methode mit anatomischen Leitpunkten beim Erwachsenen bei der Punktion der V. subclavia deutlich überlegen (RR 0,14). Bei der Punktion der V. femoralis war der Vorteil ebenfalls klar, aufgrund der geringen Fallzahl jedoch nicht signifikant (RR 0,29).

Bei Kindern bestätigen drei Studien die Überlegenheit der zweidimensionalen Sonographie bei der Punktion der V. jugularis interna (RR 0,15). Die Doppleruntersuchung ist bei der Kanulierung der V. jugularis interna im Vorteil (RR 0,39). Doch die V. subclavia wird mit der Leitpunktenmethode besser und schneller lokalisiert (RR 1,48). Auch bei der Katheterisierung der
V. jugularis interna bei Kleinkindern bietet die Doppler-Sonographie keine Vorteile. Ein Vergleich der beiden
Ultraschallmethoden zeigt außerdem, dass der Echzeit-Ultraschall bei Erwachsenen eine komplikationslosere Punktion der V. subclavia ermöglicht (RR 0,09). Rüdiger Meyer
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