ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2003Wirtschaftsinstitut: Ausgabenseite entlasten

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Wirtschaftsinstitut: Ausgabenseite entlasten

Dtsch Arztebl 2003; 100(38): A-2406

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Will durch Prävention die Ausgabenseite entlasten: Ulf Fink Foto: phalanx
Will durch Prävention die Ausgabenseite entlasten: Ulf Fink Foto: phalanx
Beitragsentwicklung der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung
Das Institut für Wirtschaft und Soziales in Berlin hat im Auftrag des AOK-Bundesverbandes die finanzielle Entwicklung der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) in den vergangenen 50 Jahren analysiert. Das Ergebnis: Die Defizite der GKV ergäben sich nicht aus sinkenden Einnahmen, sondern aus gestiegenen Ausgaben.
„Die GKV hat ein Ausgabenproblem, kein Einnahmenproblem“, folgerte der Inhaber des Berliner Instituts, Ulf Fink, der die Studie gemeinsam mit dem ehemaligen Referatsleiter des Bundesarbeitsministeriums Dr. Hermann Berié erstellt hat, vor kurzem bei der Präsentation der Ergebnisse in Berlin. Von 1950 bis 1990 erhöhte sich der durchschnittliche Beitragssatz von 4,7 Prozent auf 11,4 Prozent, wohingegen er heute bei 14,4 Prozent liegt. „Die eigentliche Kostenexplosion hat in den ersten 30 Jahren der Bundesrepublik stattgefunden“, folgerte Fink. Die Lohnquote, der Anteil der Einkünfte aus
unselbstständiger Arbeit am Volkseinkommen, zeigte in den vergangenen 30 Jahren keine sinkende Tendenz. Für die GKV bedeute dies gleich bleibende Einnahmen. Sorge bereiteten Fink die Aufwendungen für Rentner. Sie betrugen 1950 noch 0,27 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, heute liegen sie bei 2,8 Prozent.
Prävention ist für Fink der richtige Weg, um die Ausgabenseite zu entlasten. Zurzeit würden nur etwa vier Prozent der Beiträge darauf entfallen. Fink hält es für falsch, die Kosten stärker auf die Patienten abzuwälzen. Konkretere Vorschläge zur Ausgabenbegrenzung gab er jedoch nicht. SL
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