ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2003Antivirale Therapie des Zosters: Kosten fehlen

MEDIZIN: Diskussion

Antivirale Therapie des Zosters: Kosten fehlen

Dtsch Arztebl 2003; 100(38): A-2459 / B-2053 / C-1934

Roth, Matthias

zu dem Beitrag von Prof. Dr. med. Peter Wutzler Prof. Dr. med. Gerd Gross Prof. Dr. med. Hans Wilhelm Doerr in Heft 13/2003
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LNSLNS Leider bleiben die Kosten für die Behandlung des Zosters in dem Artikel unerwähnt. Diese betragen gemäß Roter Liste für Zostex (Brivudin) 115,03 Euro, für Valtrex (Valaciclovir) 174,01 Euro und für Famvir (Famciclovir) 238,67 Euro. Das günstigste Aciclovir-Generikum hingegen kostet nur 34,15 Euro.
Ohne Zweifel ist eine geringere Einnahmehäufigkeit aus Gründen der Compliance vorteilhaft. Es erscheint mir jedoch bei ansonsten eher geringen therapeutischen Vorteilen (Surrogatparameter wie Dauer des zosterassoziierten Schmerzes), Anwendungsbeschränkungen (Kinder, Jugendliche und Schwangere) und mangelnden Langzeiterfahrungen mit den neueren Substanzen sowie vor dem Hintergrund steigender Kosten im Gesundheitswesen äußerst fraglich, Substanzen anzuwenden, die 3,4mal (Zostex), 5,1mal (Valtrex) beziehungsweise 7mal (Famvir) so teuer sind wie das günstigste Präparat mit dem Wirkstoff Aciclovir.
In Zeiten knapper werdender Ressourcen sollten pharmakoökonomische Aspekte (insbesondere bei vergleichbarer Wirksamkeit der Substanzen) bei der Erarbeitung von Therapieempfehlungen eine stärkere Berücksichtigung finden.
Dr. med. Matthias Roth
Juvenellstraße 10
90408 Nürnberg

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