ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2003Antivirale Therapie des Zosters: Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Antivirale Therapie des Zosters: Schlusswort

Dtsch Arztebl 2003; 100(38): A-2459 / B-2053 / C-1934

Wutzler, Peter

zu dem Beitrag von Prof. Dr. med. Peter Wutzler Prof. Dr. med. Gerd Gross Prof. Dr. med. Hans Wilhelm Doerr in Heft 13/2003
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LNSLNS Sicherlich sind die Therapiekosten ein wesentlicher Gesichtspunkt bei der Auswahl von Medikamenten mit gleicher Wirkungsweise. Von den zur Zosterbehandlung zugelassenen antiviralen Präparaten hat aber leider der preisgünstigste Wirkstoff Aciclovir bei oraler Applikation die geringste Wirksamkeit in Bezug auf die Verhinderung der postzosterischen Neuralgie beziehungsweise der Abkürzung der Dauer der chronischen Schmerzen. Das resultiert nicht nur aus der besseren Compliance bei geringerer Einnahmehäufigkeit, sondern zum Beispiel im Falle von Brivudin auch aus einem wesentlich stärkeren virushemmenden Effekt.
Wenn finanzielle Argumente angeführt werden, dann sollte man sich auch darüber im Klaren sein, dass die Behandlung der postzosterischen Neuralgie hohe Kosten verursacht. So wurden im Jahre 2000 allein zur Schmerzbehandlung circa 1 Million Verordnungen registriert (Verschreibungsindex für Pharmazeutika; IMS Health GmbH).
Wir möchten die Gelegenheit nutzen, uns für die vielen per E-Mail eingegangenen Anfragen und Kommentare zu unserer Publikation zu bedanken, die in keinem Fall die Notwendigkeit einer spezifischen Zostertherapie infrage stellen. Sie haben uns gezeigt, dass seit der Veröffentlichung der ersten Therapieempfehlungen der Paul-Ehrlich-Gesellschaft und der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten im Jahre 1997 die frühzeitige antivirale Behandlung des akuten Herpes zoster eine hohe Akzeptanz unter den ärztlichen Kollegen erlangt hat.

Für die Verfasser:
Prof. Dr. med. Peter Wutzler
Institut für Virologie und Antivirale Therapie
Klinikum der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Winzerlaer Straße 10
07745 Jena

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