ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2003Spanien: Stippvisite nach Madrid

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Spanien: Stippvisite nach Madrid

Dtsch Arztebl 2003; 100(38): A-2462

Seger, Gabriele

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LNSLNS Zwischen Paseo del Prado und Königspalast

Vorbei an Prachtbauten und unzähligen Plätzen mit Springbrunnen fährt der Bus zum Hotel Emperador. Mitten in der Altstadt von Madrid auf der Gran Via gelegen, ist es ein idealer Ausgangspunkt zur Stadterkundung.
Prado und Reinia Sofia
Die Altstadt mit ihren historischen Vierteln erstreckt sich vom Königspalast im Westen bis zur Kunstmeile Paseo del Prado im Osten. Hier warten die großen Gemäldemuseen Madrids auf Entdeckung: das Prado-, das Thyssen-Bornemisza- und das Centro de Arte Reinia Sofia-Nationalmuseum. Im Jahr 1819 als Museum eröffnet, umfasst der Prado an Kunstwerken heute einen Bestand von rund 8 600 Gemälden, 5 000 Zeichnungen und 700 Skulpturen. Herausragend ist die Sammlung von Werken spanischer Künstler, vor allem von Velázquez und Goya. Fast lückenlos deckt diese Sammlung den Zeitraum vom 12. bis 19. Jahrhundert ab. Zu den Highlights gehört der flämische Maler Hieronymus Bosch mit dem fast surrealistisch wirkenden Gemälde „Garten der Lüste“.
Einen Kontrast zum Prado bietet das Centro de Arte Reinia Sofia. In einem ehemaligen Krankenhaus, das 1990 zum Kunstzentrum umgestaltet und mit zwei gläsernen Außenaufzügen ausgestattet wurde, sind moderne Gemälde und Skulpturen des 20. Jahrhunderts ausgestellt. Dazu zählen bedeutende Werke von namhaften Künstlern wie Dalí, Miró und Picasso. Ein Hauptanziehungspunkt für viele Besucher ist Picassos „Guernica“ aus dem Jahr 1937, das zum Kultbild im Protest gegen Krieg und Gewalt wurde.
Folgt man dem Paseo del Prado, stößt man am südlichen Ende des Boulevards auf den stillgelegten Atocha-Bahnhof. Er wurde Ende des 19. Jahrhunderts erbaut. Seit 1992 ist die alte Bahnhofshalle in einen tropischen Wintergarten verwandelt, wo in feucht-warmem Sprühnebel exotische Pflanzen gedeihen.
In nördlicher Richtung trifft der Paseo del Prado auf das Wahrzeichen Madrids:
die Fuente de Cibeles. Hier thront die Göttin der Fruchtbarkeit auf einem Wagen, der von Löwen gezogen wird, majestätisch über dem Wasser. Erzählungen zufolge sollen Fans von Real Madrid nach siegreichen Spielen trotz strikten Verbots auch schon einmal zum Sturm auf die Göttin aufgebrochen sein.
In den warmen Jahreszeiten empfiehlt sich, es den Madrilenen gleichzutun und am Nachmittag eine ausgedehnte Siesta zu halten.
Ruhe und Erholung findet man auf der autofreien Plaza Mayor. Madrids historischer Stadtplatz mit seinen Laubengängen ist von jeher ein Raum für Open-Air-Veranstaltungen. Auch Straßenmusiker und Artisten geben dort ihr Können zum Besten.
Ganz anders dagegen zeigt sich die Puerta del Sol, das „Zentrum im Zentrum“, der Mittelpunkt Madrids. Die Puerta del Sol bildet das Wegkreuz von zehn einmündenden Straßen und zahlreichen Metrolinien. Auf diesem Platz ist der Kilometer null für sämtliche spanische Nationalstraßen markiert, die von hier in alle Landesteile führen.
Flamenco am Abend
An der gepflegten Parkanlage der Plaza de Oriente angekommen, hat man von den Terrassen des gleichnamigen Cafés eine gute Aussicht auf den Königspalast im Westen der Altstadt. Bei der Palastbesichtigung trifft man erneut auf die Werke der spanischen Maler, die man bereits vom Besuch im Prado kennt.
„Nobody goes to bed in Madrid until they have killed the night“, schrieb einst Ernest Hemingway, der als Bürgerkriegsreporter in der Metropole weilte. Diese Aussage hat nichts an Gültigkeit verloren. Warme Temperaturen vom Frühjahr bis zum Herbst schaffen ein beinahe mediterranes Ambiente. Bis in die frühen Morgenstunden sind die Straßen und Plätze bevölkert. An der Puerta del Sol tummeln sich noch mehr Straßenhändler. Ein neues Geschäft ist der Handel mit den so genannten Top Ten. Damit sind Raubkopien von „topaktuellen“ CDs gemeint. Kaufinteressenten müssen sich jedoch schnell entscheiden, denn der Handel ist illegal; beim ersten Anzeichen einer Polizeistreife ziehen die Händler an den Schnüren ihrer ausgebreiteten Decke, und laufen mit der Ware im so gebündelten Sack davon.
Viele Veranstaltungen beginnen erst am späten Abend, wie die Flamencoshow im Tablao Flamenco las Carboneras, die um 23 Uhr startet. Madrid gilt als Hochburg des Flamencos, obwohl diese Musikrichtung eigentlich im Süden des Landes beheimatet ist.
Nach Mitternacht zieht es Jung und Alt in die Disco. Im Palacio de Gaviria kommt jeder auf seine Kosten: In fünf Räumen wird Musik gespielt. Bis zum Morgen schallt Rock-, Pop- oder lateinamerikanische Musik zwischen alten hohen Wänden mit ihren großen prunkvollen Spiegeln und schnörkeligen Verzierungen. Gabriele Seger


Informationen:
Spanisches Fremdenverkehrsamt, Grafenberger Allee 100, 40237 Düsseldorf, E-Mail: dusseldorf@tourspain.es
Promenade am Königspalast
Promenade am Königspalast
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