ArchivDeutsches Ärzteblatt46/1996RU 486: Nicht in Österreich

SPEKTRUM: Leserbriefe

RU 486: Nicht in Österreich

Dtsch Arztebl 1996; 93(46): A-2983 / B-2332 / C-2095

Groth, Sylvia

Zu der Meldung in Heft 34?35/1996 "Freigabe von RU 486 in den USA erwartet"
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Auch Sie schreiben wieder, wie schon häufig andere Medien, daß die Abtreibungspille in Österreich erhältlich ist. Österreich hat zwar seit 1. Januar 1975 ein sehr liberales Abtreibungsgesetz, das Abbrüche in den ersten drei Kalendermonaten einer Schwangerschaft zuläßt, wenn sie ärztlich durchgeführt werden. Da laut Definition eine Schwangerschaft erst 14 Tage nach der Verschmelzung von Eizelle und Sperma beginnt, wäre der Gebrauch einer Abtreibungspille prinzipiell gesetzlich möglich. Deren Einführung wird aber nicht öffentlich gefordert. Woran es hier noch mangelt, ist ein soziales Klima, das dieses Recht der Frau, über ihren Körper und ihr Leben zu entscheiden, unterstützt. Zudem gibt es nicht in allen Bundesländern einen leichten Zugang zu ambulanten Abtreibungsmöglichkeiten, die mit der Absaugemethode arbeiten und ambulant durchgeführt werden. Der Abbruch muß selbst bezahlt werden und ist mit zirka 1 100 DM in Privatpraxen und fast 700 DM in einem Ambulatorium für die meisten Frauen sehr teuer.
Sylvia Groth, Frauengesundheitszentrum Graz, Brockmanngasse 48, A–8010 Graz
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema