ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2003Kolonfermentation verstärkt Refluxsymptome

MEDIZIN: Referiert

Kolonfermentation verstärkt Refluxsymptome

Dtsch Arztebl 2003; 100(39): A-2522 / B-2105 / C-1982

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LNSLNS Die Rolle diätetischer und Lifestyle-Faktoren bei der Pathogenese der Refluxkrankheit der Speiseröhre wird kontrovers diskutiert. Da die Vergärung unverdaulicher Kohlenhydrate in Form von Pflanzenfasern die Beweglichkeit von Speiseröhre und Magen beeinflusst, gingen die Autoren der Frage nach, inwieweit Fructooligosaccharide bei Patienten mit gastroösophagealer Refluxkrankheit die Symptome zu beeinflussen vermögen.
Neun Patienten erhielten über je sieben Tage unter ballaststoffarmer Kost von 10 g Fasern pro Tag zusätzlich entweder Placebo oder 6,6 g Fructooligosaccharide. Die Kolonfermentation wurde durch einen H2-Atemtest erfasst, ferner wurde die Plasmakonzentration von Glucagon-like-Peptid-1, Peptid YY und Cholezystokinin analysiert.
Im Vergleich zu Placebo führten Fructooligosaccharide zu einem signifikanten Anstieg der transienten Erschlaffung des unteren Ösophagussphinkters und konsekutiver Refluxepisoden sowie zu einem Anstieg des
Symptomscores und der sauren Valenzen in der Speiseröhre. Parallel dazu ließ sich eine exzessive Freisetzung von Glucagon-like-Peptid-1 nachweisen. Die Frage, ob sich allerdings diätetische Konsequenzen aus diesem Befund dahingehend ergeben, dass Patienten mit Sodbrennen sich faserarm ernähren
sollen, lassen die Autoren offen. w

Piche T, Bruley S, Galmiche P et al.: Colonic fermentation influences lower esophageal sphincter function in gastroesophageal reflux disease. Gastroenterology 2003; 124: 894–902.

Prof. Dr. J. P. Galmiche, CIC INSRERM and U 539-Centre Hospitalier, Universitaire-Hôtel Dieu, 44093 Nantes Cedex 1, Frankreich. E-Mail: galmiche@easynet.fr

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