ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2003Antiemese mit Granisetron: Auch geringere Dosis führt zur Symptomlinderung

VARIA: Wirtschaft - Aus Unternehmen

Antiemese mit Granisetron: Auch geringere Dosis führt zur Symptomlinderung

Dtsch Arztebl 2003; 100(39): A-2533

Leinmüller, Renate

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LNSLNS Die Prophylaxe des akuten zytostatika-induzierten Erbrechens ist in den vergangenen Jahren immer effektiver geworden – jetzt ermöglicht die international gängige Dosisverringerung auch eine wirtschaftlich günstige, über 24 Stunden wirksame Einmalgabe von Granisetron.
Antiemetika vom Typ der 5-HT3-Antagonisten sind ein fester Bestandteil der Zytostatikabehandlung. Bei Schemata mit mittlerem bis hohem Grad von akuter Emetogenität werden seit Ende der 90er-Jahre 5-HT3-Antagonisten als Mittel der Wahl (Evidenzgrad IA) ausgewiesen. In vier verschiedenen internationalen Guidelines ist dabei die Dosierung von 10 g/kgKG intravenös (beziehungsweise 2 mg oral) festgelegt – in Deutschland war das Produkt Kevatril® jedoch nur in der dreifachen Dosierung zur i.v.-Gabe zugelassen.
Neue Studien belegen, dass die international eingesetzte, niedrigere Menge die geringste voll wirksame Dosis darstellt: Bei Verabreichung höherer Dosen sei keine signifikante Steigerung des Effektes nachzuweisen gewesen, erklärte Prof. Axel Fauser (Idar-Oberstein). Bei hoch-emetogener cisplatinhaltiger Zytostase (50–70 mg/m²) sei durch prophylaktische Gabe von 1 mg Granisetron in Kombination mit 20 mg Dexamethason in 90 Prozent eine komplette Kontrolle von Übelkeit und Erbrechen und damit ein vergleichbarer Erfolg zu erzielen wie bei der bisherigen Dosierung (94 Prozent), betonte Fauser.
Angesichts der langen Halbwertszeit reicht eine Einmaldosierung in der überwiegenden Zahl der Fälle aus. Deshalb stellt nach Berechnungen des Klinik-Apothekers Dr. Wolfgang Kämmerer (Wiesbaden) Granisetron in der neuen Dosierung die wirtschaftlich günstigste Alternative unter den 5-HT3-Antagonisten bei der Prophylaxe des akuten Erbrechens (bis 24 Stunden) in der Zytostatikatherapie dar. Bei verzögerter Emesis (bis fünf Tage nach Chemotherapie) dagegen ist diese Kombination nicht wirksamer als die Kombination von Metoclopramid und Dexamethason, die dort weiterhin ihren festen Platz behält. Dr. Renate Leinmüller

Pressekonferenz „Kevatril“ der Hoffmann-La Roche AG in Frankfurt/Main
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