ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2003Leitlinien: Nicht frei von Nebenwirkungen

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Leitlinien: Nicht frei von Nebenwirkungen

Dtsch Arztebl 2003; 100(40): A-2544 / B-2120 / C-1996

Rieser, Sabine

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LNSLNS Fortbildung: Instrumentalisierung von Standards für ökonomische Zwecke

Seit die Bezahlbarkeit medizinischer Leistungen in Deutschland immer wichtiger wird, rücken auch Leitlinien stärker in den Vordergrund der Debatte. Die rechtlichen Konsequenzen solcher Vorgaben und ihre möglichen unerwünschten Nebenwirkungen fanden bislang allerdings wenig Beachtung. Darauf wies am vergangenen Wochenende in Berlin Prof. em. Dr. med. Jürgen Hammerstein hin, Geschäftsführer der Kaiserin-Friedrich-Stiftung für das ärztliche Fortbildungswesen. Sie veranstaltete zum Thema „Öko­nomi­sierung der Medizin – Standards und Leitlinien“ ihr 28. Symposium für Ärzte und Juristen, dieses Mal gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Medizinrecht.
Dr. jur. Rainer Hess verwies dabei auf das GKV-Modernisierungsgesetz, das einen Gemeinsamen Bundes­aus­schuss vorsieht, der Qualitätsvorgaben mit unmittelbarer Verbindlichkeit für Ärzte, Patienten und Krankenhäuser unterbreiten soll. Der Hauptgeschäftsführer der Kassenärztlichen Bundesvereinigung hält eine solche direkte Rechtsverbindlichkeit für problematisch und meinte, dass man grundsätzlich weder Ärzte noch Patienten zu stark „gängeln“ solle. Hess nannte als zweites Beispiel einer zu erwartenden stärkeren Normierung der Versorgung die strengen Vorgaben des Bundesversicherungsamtes für Disease-Management-Programme.
Eine realistische Einstellung zu den Einflussmöglichkeiten durch Leitlinien mahnte Prof. Dr. med. Michael Linden an. In der Arztpraxis laufe manches anders ab, als man es zuweilen vermute. Linden forderte deshalb, Leitlinien erst einzuführen, wenn empirisch überprüft sei, dass Ärzte in Kenntnis und Anwendung einer Leitlinie beim Patienten Besseres bewirkten als „Leitlinien-Naive“. Rie
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