ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2003Superpille gegen Herzinfarkt und Schlaganfall

MEDIZIN: Referiert

Superpille gegen Herzinfarkt und Schlaganfall

Dtsch Arztebl 2003; 100(40): A-2582 / B-2153 / C-2026

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LNSLNS Möglicherweise sieht die Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen in Zukunft ganz anders aus: Eine Pille bestehend aus einem Statin, drei blutdrucksenkenden Medikamenten (Thiazid, Betablocker, ACE-Hemmer), 0,8 mg Folsäure und 75 mg Aspirin. Dies müsste nach Berechnung der britischen Präventivmediziner das Risiko eines Schlaganfalls um 80 Prozent und eines Herzinfarkts um 88 Prozent senken können. Ein Drittel der Menschen, die diese Polypill genannte Medikation ab dem 55. Lebensjahr zu sich nimmt, würde durchschnittlich 11 Jahre gewinnen, in denen kein kardiovaskuläres Ereignis eintritt. Mit unerwünschten Wirkungen wäre in einer Größenordnung von 8 bis 15 Prozent zu rechnen. Den Berechnungen liegt die Auswertung publizierter Metaanalysen, randomisierter Studien und Kohortenstudien zugrunde sowie eine Auswertung von 15 Therapiestudien mit 50 bis 125 mg Aspirin pro Tag.
Da alle vorgeschlagenen Substanzen nicht mehr dem Patentschutz unterliegen, könnte diese Kombipille relativ preisgünstig angeboten werden, vorausgesetzt, die Zulassungsbehörden spielen mit. w

Wald N J, M R Law M R: A strategy to reduce cardiovascular disease by more than 80 %. BMJ 2003; 326: 1419–1423.

Dr. N. J. Wald, Department of Environment and Preventive Medicine, Wolfson Institute of Preventive Medicine London EC1M 6BQ, Großbritannien. E-Mail: n.j.wald@ qmul.ac.uk

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