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Standpunkt: Notdienste

Dtsch Arztebl 2003; 100(40): A-2608 / B-2180 / C-2048

Baur, Wolfgang

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LNSLNS Zumindest in den neuen Bundesländern ist es schon soweit: Haus- und Landarztsitze können nicht wieder besetzt werden. Es gibt keine Ärzte für diese Tätigkeit. Die alten Ärzte sterben langsam aus, beschleunigt durch Überforderung. Die jungen Ärzte folgen nicht nach. In dieser Notsituation planen die KVen, Notdienstringe aus kleinen Verbänden zu größeren Gebieten zusammenzulegen. Bis 50 Kilometer Entfernung zum Arzt – bei Hausbesuchen auch für den Arzt – soll zumutbar sein. Die Stadtärzte sind bei dieser Planung ausgeklammert. In unserem Gebiet bei Goslar bedeutet dies: Zwölf Ärzte bedienen etwa 30 000 Einwohner auf 625 Quadratkilometern. Tag und Nacht, natürlich auch an Wochenenden. In Goslar hingegen bedienen 100 Ärzte 50 000 Einwohner auf etwa 25 Quadratkilometern.
Wie könnte diesem Notstand begegnet werden? Wer die geförderte Ausbildung Allgemeinmedizin nutzt, müsste auch für eine Pflichtzeit der Allgemeinmedizin zur Verfügung stehen. Wer approbierter Arzt wird, sollte mindestens ein Jahr im niedergelassenen Bereich gearbeitet haben – bevorzugt in der Allgemeinmedizin (gut, dass die neue Ausbildung zum Facharzt für Innere Medizin und Allgemeinmedizin eine zweijährige Praxisphase vorsieht). Altenheime brauchen ab bestimmter Größe einen eigenen Arzt. Die Notdienstringe müssten Stadtärzte miteinbeziehen, um die nur noch wenigen Landärzte zu entlasten und dem Nachwuchs (dann mehr befreit vom hochfrequentigen Notdienst) den Einstieg in eine solche Praxis attraktiver zu machen.
Dr. med. Wolfgang Baur, „alter Landarzt“ in Vienenburg
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