ArchivDeutsches Ärzteblatt PP10/2003Lehrbuch der Psychotraumatologie

BÜCHER

Lehrbuch der Psychotraumatologie

PP 2, Ausgabe Oktober 2003, Seite 434

Fischer, Gottfried; Riedesser, Peter

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LNSLNS Psychotraumatologie: Standardwerk
Gottfried Fischer, Peter Riedesser: Lehrbuch der Psychotraumatologie. 3., aktualisierte und erweiterte Auflage, UTB Ernst Reinhardt, Stuttgart, 2003, 383 Seiten, 39,90 €

Bei der Erstausgabe 1998 wurde das Buch von der Fachpresse bereits als „Standardwerk einer jungen Disziplin“ bezeichnet. Aktualisiert und erweitert haben die Autoren das Buch um die Psychotherapie und Psychopharmakotherapie bei psychotraumatisch bedingten Störungsbildern sowie um die psychobiologische Forschung. Die Annahme, dass psychische Traumatisierung – über die nosologischen Kategorien der diagnostischen Manuale ICD und DSM hinaus – als eine Verlaufskrankheit betrachtet werden muss, konnte durch neuere Forschungsergebnisse untermauert werden. Die Erkenntnis, dass eine posttraumatische Belastungsstörung in ihrer Langzeitperspektive verschiedene Verlaufstypen annehmen kann, schärft den Blick und erweitert die Handlungsmöglichkeiten.
Die Kenntnisse über Psychotraumatologie sind bei Ärzten und Psychologen immer noch nicht ausreichend. Es liegt eine schwer überschaubare Menge vereinzelter Forschungsergebnisse vor. Daher ist es ein besonderes Verdienst dieses Lehrbuchs, eine Systematik eingeführt zu haben, die das Forschungsfeld überschaubar und handhabbar für die Praxis macht.
Die Autoren Gottfried Fischer, Ordinarius für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität zu Köln, und Peter Riedesser, Direktor der Kinder- und Jugendlichenpsychiatrie der Universität Hamburg, untergliedern das Arbeitsfeld in allgemeine, differenzielle und spezielle Psychotraumatologie. Die allgemeine Psychotraumatologie behandelt die psychologischen und psychobiologischen Grundlagen des Fachs; die differenzielle berücksichtigt die Faktoren Persönlichkeit und soziales Umfeld; die spezielle Psychotraumatologie behandelt unterschiedliche Situationen psychischer Traumatisierung, wie Unfälle, Gewalterfahrungen, Katastrophen, Kriegserlebnisse, Folter und politische Verfolgung, schwere körperliche Erkrankungen oder Kindheitstraumata – Situationen, die spezielle Symptome hervorrufen und einen besonderen Behandlungsansatz erfordern. Christiane Eichenberg
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