ArchivDeutsches Ärzteblatt PP10/2003Therapiebeginn: Die ersten Minuten sind bereits entscheidend

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Therapiebeginn: Die ersten Minuten sind bereits entscheidend

PP 2, Ausgabe Oktober 2003, Seite 454

MS

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LNSLNS Die Voraussetzungen für ein tragfähiges, vertrauensvolles Arbeitsbündnis können im Erstgespräch geschaffen werden. Es kann aber auch das Gegenteil eintreten: Der Patient fasst kein Vertrauen und öffnet sich nicht, oder der Therapeut kann nicht genug Empathie aufbringen. Das Erstgespräch ist daher von prägender Bedeutung für den weiteren therapeutischen Prozess. Um das Erstgespräch zu meistern, sollten Therapeuten über dessen Besonderheiten informiert sein und nach einem ganz bestimmten Schema vorgehen, das die Autoren in einem Leitfaden beschreiben. Am Anfang sind die Rollen zwischen Therapeut und Patient nicht klar verteilt und die Erwartungen ungeklärt. Das kann zu Irritationen und Unsicherheiten führen. Bewährt hat sich nach Ansicht der Autoren folgende Vorgehensweise: Zunächst erfolgt die Begrüßung, dann wird der Anlass für den Behandlungswunsch erfragt. Anschließend berichtet der Patient über die Symptome, den bisherigen Verlauf und die erfolgten Ver-
änderungsversuche. Auch das Erklärungskonzept des Patienten ist von Interesse. Im weiteren Gespräch wird auf die Lebensumstände und auf die Biografie des Patienten eingegangen. Der Therapeut informiert den Patienten außerdem über mögliche Risiken, Grenzen, Diagnosen und Behandlungsformen. Danach äußert der Patient seine Erwartungen an die Psychotherapie. Am Schluss ermuntert der Therapeut den Patienten zu Fragen und bespricht das weitere Vorgehen. ms

Wendisch M, Neher M: Das Erstgespräch in der Verhaltenstherapie – ein Leitfaden. Verhaltenstherapie 2003; 13: 122–129.

Dr. Martin Wendisch, Tübinger Akademie für Verhaltenstherapie, David-von-Stein-Weg 26, 72072 Tübingen, Telefon: 0 74 72/44 26 00
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