ArchivDeutsches Ärzteblatt PP10/2003Abhängigkeit: Verdrängte Gefahren

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Abhängigkeit: Verdrängte Gefahren

PP 2, Ausgabe Oktober 2003, Seite 470

Unland, Heribert

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LNSLNS Eigentlich will der angegebene Beitrag auf die Veranwortung von Ärzten in der Suchtbehandlung hinweisen. Aber er beginnt mit einem Satz, der den wichtigsten Verantwortungsbereich im Rahmen der Suchtprävention vollkommen ausblendet: „Medikamentensucht ist mit 1,4 Millionen Abhängigen in Deutschland die zweithäufigste Suchterkrankung nach der Alkoholsucht.“ Dieser Satz ist (leider) falsch, da er die Tabak- beziehungsweise Nikotinabhängigkeit (ICD-10: F17.2) übersieht, von der in Deutschland etwa jeder dritte Erwachsene betroffen ist, das heißt circa 20 Millionen Menschen.
Mit dem Übersehen der am weitesten verbreiteten und folgenschwersten Suchterkrankung liegt der Verfasser aber im Trend, nicht nur bei Rauchern, sondern auch bei Ärzten und Gesundheitspolitikern in Deutschland. Wie auf der „Weltkonferenz für Tabak oder Gesundheit“ Anfang
August in Helsinki einmütig beklagt, werden die Gefahren des Rauchens noch immer verdrängt, von Ärzten in der Diagnostik und Therapie ihrer
Patienten zu wenig beachtet und von Politikern durch nicht ausreichende Nichtraucherschutzgesetze toleriert. Und dies, obwohl allein in Deutschland an den Folgen des Rauchens jährlich über 100 000 Menschen sterben (nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums).
Dipl.-Psych. Heribert Unland, Psychologischer Psychotherapeut, Kumpfmühlerstraße 34, 93051 Regensburg
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