ArchivDeutsches Ärzteblatt PP10/2003Psychodynamische Therapie: Fokus erhöht Therapieerfolg

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Psychodynamische Therapie: Fokus erhöht Therapieerfolg

PP 2, Ausgabe Oktober 2003, Seite 472

MS

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LNSLNS Therapeuten und Patienten formulieren in vielen psychodynamischen Kurztherapieverfahren zu Therapiebeginn einen zentralen Konflikt, den so genannten „Fokus“. Er wird vorrangig bearbeitet. Die Autoren prüften an elf Patienten mit unterschiedlicher Diagnose, welchen Einfluss das Ansprechen des Fokus durch den Therapeuten auf den Therapieerfolg hat. Für den Fokus gilt: Er muss im psychodynamischen Sinne konflikt-
orientiert sein und einen Bezug zum aktuellen Problem des Patienten haben. Außerdem muss er vom Patienten unmittelbar verstanden und akzeptiert werden. Die Teilnehmer erhielten zehn Behandlungen durch sieben Psychologen und Ärzte mit psychoanalytischer, tiefenpsychologischer oder klientenzentrierter Ausbildung. Anschließend wurde der Therapieerfolg beurteilt: Bei sechs Patienten war er gut bis sehr gut, bei vier Patienten hingegen gering bis schlecht. Die Analyse der Therapiesitzungen zeigte, dass die Häufigkeit, mit der der Fokus erwähnt wird, den Unterschied ausmacht: „In der erfolgreichen Gruppe arbeiteten Therapeuten und Patienten gemeinsam mehr am Fokus als
in der erfolglosen Gruppe“, sagen die Autoren. Von Einfluss ist außerdem die Komplexität der Fokusbenennung. Die Therapieerfolge waren größer, wenn der Therapeut die Wünsche des Patienten, die Reaktionen seiner Mitmenschen und die Reaktionen des Patienten gleichzeitig erwähnte. Wurden diese Elemente einzeln oder nicht genannt, war der
Therapieerfolg geringer. „Für den Therapieerfolg ist es günstig, den Fokus so häufig und so vollständig wie möglich anzusprechen“, so die Autoren. ms

Götze P, Eckert J, Nilsson B, Biermann-Ratjen EM, Jährig C, Kamp-Kowerk M, Mohr M, Niedermeyer U, Papenhausen R, Preuss W, Thomasius R: Fokaltherapie. Psychotherapeut 2003; 48: 2: 122–128.

Prof. Dr. J. Eckert, Psychologisches Institut III, Universität Hamburg, Von-Melle-Park 5, 20146 Hamburg, jeckert @uni-hamburg.de
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