ArchivDeutsches Ärzteblatt PP10/2003Therapeutische Beziehung: Bei Heranwachsenden wenig berücksichtigt

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Therapeutische Beziehung: Bei Heranwachsenden wenig berücksichtigt

PP 2, Ausgabe Oktober 2003, Seite 477

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LNSLNS Die therapeutische Beziehung zwischen Heranwachsenden und Psychotherapeuten ist ein noch unerforschtes Gebiet. Dies liegt unter anderem daran, dass psychometrische, evaluierte Messinstrumente fehlen, die die therapeutischen Beziehungen von jungen Menschen zuverlässig erfassen. Deshalb haben Wissenschaftler von der psychiatrischen Klinik der Universität Heidelberg eine deutsche Version der Therapeutic Alliance Scales for Children (Shirk & Saiz, 1992) erstellt. Geprüft wurde das Instrument an 80 Kindern und Jugendlichen im Alter von sechs bis 18 Jahren, die sich in ambulanter analytischer Psychotherapie befanden. Die Patienten wiesen emotionale und soziale Störungen auf. Außerdem nahmen elf analytische Kindertherapeuten an der Untersuchung teil. Das Instrument erwies sich als valide. Mit dem Fragebogen zur therapeutischen Beziehung für Kinder und Jugendliche (FTB-KJ) liegt nun das erste deutschsprachige Instrument seiner Art vor. Da es nur zwölf Items beinhaltet, ist es so wirtschaftlich, dass es auch in der psychotherapeutischen Praxis eingesetzt werden kann. Die Auswertungen ergaben: Kinder können zwischen Aspekten der Arbeitsbeziehung und der emotionalen Beziehung unterscheiden. Außerdem stimmen die Sichtweisen von Therapeuten und Kindern oftmals nicht überein. „Kinder nehmen die therapeutische Beziehung unterschiedlich wahr. Insofern müssen beide Perspektiven unabhängig voneinander berücksichtigt werden“, erklären die Autoren. ms

Kronmüller KT, Hartmann M, Reck C, Victor D, Horn H, Winkelmann K: Die therapeutische Beziehung in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie 2003; 32: 1: 14–23.

Dr. med. Dipl.-Psych. Klaus-Thomas Kronmüller, Psychiatrische Klinik der Universität Heidelberg, Voßstraße 4, 69115 Heidelberg, E-Mail: klaus_kronmueller@med.uni-heidelberg.de
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