ArchivDeutsches Ärzteblatt PP10/2003Verhaltenstherapeuten: Sich selbst erkennen

Referiert

Verhaltenstherapeuten: Sich selbst erkennen

PP 2, Ausgabe Oktober 2003, Seite 477

MS

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Selbstreflexion und Selbsterfahrung können Verhaltenstherapeuten dabei helfen, aufmerksamer und sensibler gegenüber sich selbst zu werden und bestimmte Aspekte wie Verhalten, Gefühle, Gedanken, Schemata und Interaktionsstile bewusster wahrzunehmen. Darüber hinaus fördert Selbsterkundung die Empathiefähigkeit, das Rollenverhalten und den Umgang mit den Gefühlen der Patienten. Trotz dieser Pluspunkte gibt es kein allgemein akzeptiertes Konzept, das einen klaren Weg zu mehr Selbsterkenntnis vorgibt. „Verhaltenstherapeuten, die Selbsterfahrungen machen wollen, finden stattdessen ein breites Angebot an Konzepten und Methoden vor“, sagen die Autoren. Zu unterscheiden sind dabei personen- und praxisorientierte Modelle. Personenorientierte Selbsterfahrungstrainings konzentrieren sich ganz auf die Persönlichkeit des Teilnehmers, ohne auf seine berufliche Rolle und Aktivitäten zu achten. Im Vordergrund stehen die Lerngeschichte, der familiäre Hintergrund, Erfahrungen und Schicksalsschläge, interpersonale Schemata und Ressourcen. Die praxisorientierten Konzepte lassen die Person des Therapeuten weitgehend außen vor und widmen sich hauptsächlich professionellen Themen, wie schwierigen interpersonalen Situationen. Diese Trainings werden in der Regel in Gruppen durchgeführt. Noch liegen keine Studien vor, die beweisen, dass Therapeuten durch Selbstreflexion und Selbsterfahrung effektiver werden. Aus der subjektiven Sicht vieler Trainees sind Selbsterfahrungstrainings jedoch sehr wichtig für die Entwicklung therapeutischer Fähigkeiten. ms

Laireiter AR, Willutzki U: Self-reflection and Self-practice in Training of Cognitive Behaviour Therapy: An Overview. Clinical Psychology and Psychotherapy 2003; 10: 19–30.

Dr. Anton-Rupert Laireiter, Institute of Psychology, Department of Clinical Psychology, Psychotherapy and Health Psychology, Hellbrunner Straße 34, A-5020 Salzburg, E-Mail: anton.laireiter@sbg.ac.at
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema