ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2003Mutter-Kind-Kuren: 70 Prozent Ablehnungen regional

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Mutter-Kind-Kuren: 70 Prozent Ablehnungen regional

Dtsch Arztebl 2003; 100(41): A-2613 / B-2185 / C-2053

PB

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Aquagymnastikstunde in einer Mutter-Kind-Klinik: Auch Mütter leiden am „Burn-out-Syndrom“. Foto: ddp
Aquagymnastikstunde in einer Mutter-Kind-Klinik: Auch Mütter leiden am „Burn-out-Syndrom“. Foto: ddp
Einsparungen auf Kosten von Müttern beklagt
Die im Juli 2002 beschlossene Vollfinanzierung für Mutter-Kind-Kuren durch die Gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung wird nach Ansicht von Dr. Jürgen Collatz, Forschungsverbund Prävention und Rehabilitation für Mütter und Kinder der Medizinischen Hochschule Hannover, von den Kostenträgern „unterlaufen“. Beim III. Wissenschaftlichen Symposium des Forschungsverbundes in Berlin wies er darauf hin, dass die Zahl der Ablehnungen von Anträgen auf 30 Prozent gestiegen sei, regional sogar auf 70 Prozent. Die Gründe dafür sieht er in den „invaliden Zugangskriterien der Begutachtung, einer biomedizinischen Indikationsorientierung“ sowie in der Finanznot der Krankenkassen. Zugenommen habe ebenso die Zahl der Widersprüche von Müttern und zwar auf 50 bis 70 Prozent. Davon seien 50 Prozent erfolgreich verlaufen. „Erschöpften Müttern kann dieser Behördenhindernislauf nicht zugemutet werden“, betont Collatz, „die Bedürftigsten bleiben dabei auf der Strecke.“
Außerdem fordert er, „Einsparungsversuche“ auf Kosten der Kinder zu unterlassen. 80 Prozent der Kinder würden als „Begleitkinder“ eingewiesen, obwohl Untersuchungen des Forschungsverbundes gezeigt haben, dass 78 Prozent der Kinder in den Mutter-Kind-Einrichtungen behandlungsbedürftig seien und auch effektiv behandelt werden könnten. PB
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