ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2003RTL: Schönheits-OP im TV
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LNSLNS Ärzte kritisieren Reality-Show „Alles ist möglich“.
Ändern Sie Ihr Aussehen – Ändern Sie Ihr Leben!“ Mit diesem Slogan wirbt der Fernsehsender RTL für eine neue Schönheitsshow, bei der sich Bewerber unter Aufsicht und auf Kosten des Senders einer Schönheitsoperation unterziehen. Die Sendung ist in Anlehnung an die erfolgreiche US-amerikanische Reality-Show „Extreme Makeover“ konzipiert.
Die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC; www.dgaepc. de) hat das Vorhaben des Senders heftig kritisiert. Der Bewerbungsbogen, den die Kandidaten beantworten sollen, sei unter medizinischen und datenschutzrechtlichen Aspekten unseriös: „Die Bewerber wissen nicht, wem sie die geforderten vertraulichen medizinischen Informationen und Daten über Arzneimitteleinnahme, schwere Erkrankungen und psychische Leiden mitteilen“, heißt es in einer Presseerklärung der Gesellschaft. Dass die Operationswilligen aufgefordert werden, ihre Ärzte gegenüber RTL von der Schweigepflicht zu entbinden, sei „eine Anmaßung“.
RTL weist darauf hin, dass alle Bewerbungen von einem Experten-Komitee begutachtet werden. Die Mitglieder dieses Komitees werden jedoch nicht namentlich genannt. Den Bewerbern verspricht der Sender „straffe Busen, perfekte Zähne, eine gerade Nase – egal, welches Problem, Spezialisten könnten Ihnen Lösungen anbieten“. Auch zu den Spezialisten, die die gewünschten Operationen ausführen sollen, macht der Sender jedoch keine Angaben. „Wir können nur warnen, an solchen Shows teilzunehmen, solange die Bewerber im Vorfeld nicht informiert werden, welche Fachleute die gewünschten Operationen durchführen werden“, betonte der DGÄPC-Präsident Prof. Albert K. Hofmann. Er befürchtet, dass die Patienten im Rahmen der TV-Show vor allem als Werbeträger für so genannte Schönheitschirurgen oder Klinikketten instrumentalisiert werden. EB

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